{"id":1333,"date":"2023-03-28T17:37:58","date_gmt":"2023-03-28T17:37:58","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=1333"},"modified":"2026-02-19T12:12:16","modified_gmt":"2026-02-19T12:12:16","slug":"kommen-und-gehen-bild-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1333","title":{"rendered":"Kommen und Gehen &#8211; Bild 2"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"776\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen268WohnzimmerFarb-1024x776.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1458\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen268WohnzimmerFarb-1024x776.jpg 1024w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen268WohnzimmerFarb-300x227.jpg 300w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen268WohnzimmerFarb-768x582.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen268WohnzimmerFarb.jpg 1378w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">B\u00fchnenbild von Rolf Christiansen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Kommen und Gehen &#8211; Zweites Bild<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wohnzimmer<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>T\u00fcr zur Diele links, T\u00fcr hinten, Fenster rechts. Gem\u00fctliche Sitzecke, Plattenspieler, Schreibtisch, B\u00fccherschrank, Teppich, Bilder. Geschmackvoll und wohnlich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Abend. Ein wenig Unordnung. Leise Radiomusik.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>sitzt und stopft Str\u00fcmpfe.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Man h\u00f6rt die Wohnungst\u00fcr gehen.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>kommt mit Hut und Mantel hereingest\u00fcrmt, ist w\u00fctend:<\/em>)<br>So ein dummes Volk!<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Habe ich eine solche Begr\u00fc\u00dfung verdient?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Nein, entschuldige bitte! (<em>Begr\u00fc\u00dft sie z\u00e4rtlich.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Wo ich dir schon f\u00fcnf Paar Str\u00fcmpfe gestopft habe.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Aber das brauchst du doch gar nicht, Eva! (<em>H\u00e4ngt Hut und Mantel in die Diele.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Wer soll es denn tun? Von selbst gehen diese Riesenl\u00f6cher doch nicht zu!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Meine Mutter h\u00e4tte es wohl eigentlich tun k\u00f6nnen. Aber seit du da bist, h\u00e4lt sie das anscheinend nicht mehr f\u00fcr n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Das ist schon in Ordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>weiterhin etwas erregt:<\/em>)<br>Nein, Du bist schlie\u00dflich meine Geliebte &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>unterbricht l\u00e4chelnd:<\/em>)<br>Was bin ich?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Jedenfalls nicht meine Wirtschafterin. Ich finde es nicht richtig, wo du sowieso deine Arbeit hast.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ich tue es sehr gern.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Das wei\u00df ich, Eva. Aber ich merke doch, dass das ausgesprochene Schwiegermutterall\u00fcren sind. Du kannst dir nicht vorstellen, was f\u00fcr eine Scene ich eben mit ihr hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Aber warum denn, am Abend vor deiner Einberufung?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Das habe ich sie auch gefragt. Aber ihr war anscheinend die Tatsache, dass ich den heutigen Abend mit dir verbringe, wichtiger, als dass ich morgen einr\u00fccken muss.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ja, M\u00fctter geben ihre S\u00f6hne ungern her; das hat meine Mutter oft mit erhobenem Zeigefinger gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Sie h\u00e4tte sich zusammennehmen k\u00f6nnen. Ich kann mir ja gut vorstellen, dass es f\u00fcr eine Mutter nicht leicht ist, ihren Sohn an eine andere zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Noch dazu einen so reizvollen.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Eben. Wer wei\u00df, wie wir uns benehmen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Wir? Wir beide? Ach Peter, das hat ja noch Zeit. Bis dahin gibt es keine Einberufungen mehr, und alle Frauen sind Engel.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Du bist jedenfalls jetzt schon einer. Aber &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>unterbricht:<\/em>)<br>Nur in deinen Augen, nicht in denen deiner Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Aber Einberufungen wird es, f\u00fcrchte ich, immer noch geben.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Nein, dann will ich kein Kind. Es wird mir schwer fallen, es eines Tages an eine andere Frau zu verlieren. An eine Wehrmacht will ich es keinesfalls verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Du wirst es nicht hindern. Es wird immer Kriege geben. Ich hatte ein sehr interessantes Gespr\u00e4ch mit meinem Vater.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Dein Vater ist Berufsoffizier. Das ist ein aussterbender Beruf &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Du hast ja sehr pazifistische Ideen!<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Hab ich auch!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Du machst mir damit das Einr\u00fccken nicht leichter.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Gehst du denn etwa gerne zum Milit\u00e4r?<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>zuckt die Achseln.<\/em>)<br>Gerne\u2026? Ich verlasse dich sehr ungern. Aber irgendwie ist es doch ein Abenteuer. Und dann gibt es doch so etwas wie Pflichtgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Das sind mir zu m\u00e4nnliche Sachen. Ich sehe das Ganze wohl mit den Augen der Geliebten, &#8211; wie du vorhin schon sagtest.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Hat dich das beleidigt?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Im Gegenteil. Aber als Geliebte habe ich Angst um dich. (<em>Leise:<\/em>) Ich will nicht, dass du stirbst.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>verwaschen:<\/em>)<br>Ich werde nicht sterben, ich bin ja noch so jung.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Das ist ja wohl keine sehr logische Folgerung. Ich glaube, Millionen von Menschen gehen mit der gleichen, sehr fragw\u00fcrdigen Hoffnung heute durch die Welt. Vielleicht gibt es so eine Unsterblichkeit; aber ich glaube nur mit Glauben und Religion, &#8211; wenn man betet.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>H\u00f6r davon auf.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Lass mir meine Kirche!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Ich lasse sie dir. Lass du mir meine Jungenshoffnung, dass ich nicht sterben werde.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Behalte sie. Aber es geht nicht nur um das Sterben, Peter es geht auch um das T\u00f6ten. Wie steht es damit?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Ach, die alten Weltkriegshasen sagen immer, dass man keine Skrupel mehr kennt, wenn es hei\u00dft: er oder ich?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ist das gut, wenn man keine Skrupel mehr kennt?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Eva, wir beide reden Bl\u00f6dsinn! Irgendwie muss der Krieg beendet werden. Und dann doch lieber durch den Sieg unseres Landes.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Sch\u00f6nes Land, das euch alle zu M\u00f6rdern macht.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Eva, ich glaube, du denkst zu kurz. Sollen die Feinde kommen?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>unterbricht:<\/em>)<br>Ich glaube, du denkst zu kurz: Ich habe doch gar keine Feinde!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Aber du geh\u00f6rst zu den Feinden der anderen Nation!<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>H\u00f6r auf, ich mag diese Sachen nicht. Vielleicht bin ich dumm.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Sei doch verst\u00e4ndig. Ich will lieber dich verteidigen und Schweres auf mich nehmen, als dich den Gefahren der Niederlage preisgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ich kann nur beten.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Jedem das Seine: Ich werde k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Telefon klingelt.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>meldet sich<\/em>.)<br>373 -84.\u2014Einen Moment bitte. (<em>Zu ihm:<\/em>) Putzi will dich sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Wer ist denn Putzi? (<em>Nimmt den H\u00f6rer.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Das m\u00fcsstest du eigentlich wissen. (<em>Schaltet das Radio ab.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Hallo? &#8212; Ach du bist es?! Woher diese Diskrepanz zwischen deinem wirklichen Namen und Putzi? &#8212; Ach so. &#8212; Ja. &#8212; Das geht dich nichts an, wer das war. &#8212; Nein. &#8212; Ja, morgen. \u2013 Nein, morgen fr\u00fch. \u2013 Nein, k\u00f6nnen wir nicht mehr. \u2013 Ausgeschlossen! \u2013 Was verstehst du? \u2013 Aber, nicht so b\u00f6se, wo ich doch morgen einr\u00fccke! \u2013 Was interessiert dich denn dann? \u2013 H\u00fcte dich, eine Diskrepanz zu schaffen zwischen deinen Gel\u00fcsten und den Forderungen des Tages. \u2013 Das ist nicht moralisch, das ist \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>fl\u00fcsternd:<\/em>)<br>Vaterland, Vaterland!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Das sind vaterl\u00e4ndische Gedanken. \u2013 Nicht ans Ende der Welt. Ich besuche dich im Urlaub. Auf Wiedersehen! (<em>Legt auf.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Zweimal hast du Diskrepanz zu ihr gesagt. Das ist doch ein \u00dcberfall auf einen schlichten Menschen. Im \u00fcbrigen hoffe ich, dass dieses Gespr\u00e4ch zu den letzten geh\u00f6rt, die du mir mit unbekannten jungen Damen f\u00fchrst!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Spuren von Eifersucht?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Nein, aber \u2026 (<em>Stampft mit dem Fuss auf.<\/em>) Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Eifersucht macht die M\u00e4nner sehr eitel.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Du bist ein dummer Junge und ich muss jetzt gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Aber Eva, das w\u00e4re doch den Krach mit meiner Mutter nicht wert gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ach? Blo\u00df deshalb?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Nicht blo\u00df deshalb, sondern\u2026 Du wei\u00dft, ich kann dich mit Schmollm\u00fcndchen nicht leiden.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Nein, Peter, ich muss jetzt gehen, weil ich als anst\u00e4ndiges M\u00e4dchen nicht so lange bei einzelnen Herren bleiben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Eva\u2026! (<em>Fasst sie an den Schultern.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>wirklich scheu:<\/em>)<br>Verf\u00fchre mich nicht. Heute ist die Gefahr besonders gro\u00df, weil wir uns trennen m\u00fcssen und weil du heute so &#8211; besonders liebenswert bist.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>umarmt sie:<\/em>)<br>Du, ich bin so gl\u00fccklich. Und ich bin gewiss und so zuversichtlich, dass mir nichts passieren wird. Ich glaube, ich werden die Zeit leicht \u00fcberstehen. Wei\u00dft du, in diese Weltgeschehnisse als winziges Rad einzugreifen, das ist ein Geschenk. Eva, dieser Krieg ist mehr als ein materieller Kampf\u2026 Und Kampf ist der Vater aller Dinge.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Und die Liebe ist die Mutter aller Dinge. Peter, vergiss die Liebe nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Eva! (<em>k\u00fcsst sie lange.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (a<em>temlos<\/em>)<br>Peter, was tust du denn?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Ich \u2026 ich hab dich so furchtbar lieb!<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ich dich doch auch. Und \u2026 (<em>bricht ab.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Alarmsirene<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Die Sirene?!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Fliegeralarm! Nicht mal in Ruhe Abschied kann man nehmen. Mach das Licht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>schaltet aus.<\/em>)<br>Wollen wir oben bleiben?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Wir bleiben oben. Du musst dir hier eine Verdunklung anbringen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ich hoffe immer, dass der Krieg so geschwind ist, dass wir sie gar nicht mehr brauchen. (<em>Erschrocken:<\/em>) Peter!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Was denn?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>geht zu ihm:<\/em>)<br>Was hast du eben gesagt?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Was habe ich denn gesagt?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>I c h &nbsp; muss &nbsp; h i e r &nbsp; eine Verdunkelung \u2026 Was habe ich denn mit dieser Wohnung zu tun? (S<em>ehr gespannt:<\/em>) Peter, du steckst mir einen Ring an den Finger. Den Verlobungsring \u2026?! Peter\u2026!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Ja, ich m\u00f6chte, dass du mir geh\u00f6rst f\u00fcr immer, f\u00fcr dieses Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Nein, f\u00fcr immer, Peter. (<em>Wird sehr gl\u00fccklich.<\/em>) Ich muss dir etwas schenken.<\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Alarmsirene<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Schon vorbei, Gott sei Dank. (<em>Macht das Licht wieder an.<\/em>) Der Krieg scheint doch nicht so schlimm f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung zu werden, wie ich dachte.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Sprich nicht mehr von all dieses Dingen bis morgen fr\u00fch.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>froh:<\/em>)<br>Eva, bleibst du bei mir? Bis morgen fr\u00fch?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Das ganze Leben, Peter, und l\u00e4nger. Ich stopfe dir tausend Str\u00fcmpfe. Ich will ein Kind von dir. Ich muss dir etwas schenken, nachher.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Du, ich beantrage gleich Heiratsurlaub.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ja, dann heiraten wir! Fein!<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Aber nicht in der Kirche!<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Dann lasse ich mich im Herzen mit dir in einer ganz wundersch\u00f6nen Kirche trauen. Mit mir kann man ja reden.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Ich hole eine Flasche Sekt. (<em>Geht hinten ab.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>ruft:<\/em>)<br>Bring die Brote mit, die ich zurecht gemacht habe.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>von drau\u00dfen:<\/em>)<br>Stell das Radio an.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>rennt zur T\u00fcr, ruft hinaus:<\/em>)<br>Ich muss dir nachher etwas schenken.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>kommt mit Sektflasche und Teller wieder.<\/em>)<br>Warum stellst du das Radio nicht an?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Weil ich eifers\u00fcchtig bin. Ich will dich k\u00fcssen, da soll keine \u00c4therwelle zuschauen.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Du bist ja ganz aus dem H\u00e4uschen!<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Nein, ich bin nicht einmal aus dem Zimmer: ich bin bei dir. Ich muss dir etwas schenken.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Was willst du mir denn schenken?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Nachher, junger Mann, nachher.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>schenkt ein.<\/em>)<br>Es war so ein reizendes Bild, als ich kam und du stopftest Str\u00fcmpfe.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ich muss doch sorgen f\u00fcr meinen kleinen Jungen.<\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>hebt das Glas:<\/em>)<br>Auf unsere Liebe, Eva.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>hebt das Glas:)<\/em><br>Ja, auf unsere Liebe. Auf alles Sch\u00f6ne, was daraus erwachsen wird. Auf Christian.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Wer ist denn das?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Unser Sohn.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Aber das hat doch noch Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Jaja, nat\u00fcrlich hat das noch Zeit. Iss! Aber Christian muss er hei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Einverstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ich bin so gl\u00fccklich. Immer, wenn ich in den letzten Wochen an unsere Z\u00e4rtlichkeiten dachte, habe ich gegr\u00fcbelt, wie das wohl weitergehen soll.<br>Ja, wir heiraten. Das ist die beste L\u00f6sung f\u00fcr ein anst\u00e4ndiges M\u00e4dchen. Das bin ich doch?<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Hochanst\u00e4ndig. Und zugleich ein tolles Weib.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Ich habe das Gef\u00fchl, als ob ich im Moment furchtbar viel bin.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Worauf trinken wir?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Auf den lieben Gott. (<em>Stutzt:<\/em>) Ach nein, das ist vielleicht doch nicht richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Ich stehe auch nicht sehr gut mit ihm; ich kenne ihn nicht genau.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Daf\u00fcr kennt er dich genau. Ich glaube, er steht auch sehr gut mit dir. Man sollte aber wohl nicht auf ihn trinken.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Warum nicht? Die ollen Griechen haben ihren G\u00f6ttern auch immer Wein geopfert.<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Du bist aber kein oller Grieche. Gott sei Dank.<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Wieso?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>H\u00e4tte mir doch kein Mensch gesagt, dass mein einziger Geliebter ein oller Grieche war. Lass man die Griechen sein. (<em>Leise:<\/em>) Ich muss dir etwas schenken. (<em>Steht an der T\u00fcr und h\u00e4lt ihm die Hand hin.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Was denn nur?<\/p>\n\n\n\n<p>SIE<br>Komm.<\/p>\n\n\n\n<p>BEIDE (<em>gehen nach hinten ab.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1345\">Bild 3<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1347\">Bild 4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1351\">Bild 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1372\">Bild 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1374\">Bild 7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1376\">Bild 8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1378\">Bild 9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1380\">Bild 10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1364\">Zu Kommen und Gehen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1397\">Claudia zur hiesigen Ver\u00f6ffentlichung <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1352\">Presseschau und Zuschauerbriefe von damals<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1555\">Autobiografischer Monolog von 1947 <\/a> &#8211; Das St\u00fcck \u201cKommen und Gehen\u201d berichtet<\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1330\">Bild 1<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1333\">Bild 2<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1345\">Bild 3<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1347\">Bild 4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1351\">Bild 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1372\">Bild 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1374\">Bild 7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1376\">Bild 8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1378\">Bild 9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1380\">Bild 10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** *** Kommen und Gehen &#8211; Zweites Bild Wohnzimmer T\u00fcr zur Diele links, T\u00fcr hinten, Fenster rechts. 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