{"id":1345,"date":"2023-03-28T18:15:18","date_gmt":"2023-03-28T18:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=1345"},"modified":"2026-02-19T12:13:04","modified_gmt":"2026-02-19T12:13:04","slug":"kommen-und-gehen-bild-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1345","title":{"rendered":"Kommen und Gehen &#8211; Bild 3"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen3WaggonfensterFarb-1024x769.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1464\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen3WaggonfensterFarb-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen3WaggonfensterFarb-300x225.jpg 300w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen3WaggonfensterFarb-768x577.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen3WaggonfensterFarb.jpg 1360w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">B\u00fchnenbild von Rolf Christiansen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kommen und Gehen &#8211; Drittes Bild<\/strong>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Waggonfenster.<\/em><br><em>(Zug- und Eisenbahnger\u00e4usche ad libitum.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>ER (<em>steht in einer neutralen Uniform am Fenster und spricht mit einem unsichtbarbleibenden Kameraden.<\/em>)<br>Ach, du meinst, weil es ein Damenring ist? Ja, damals, als wir&#8230; Als wir uns verlobten, da habe ich ihr den Verlobungsring meiner Gro\u00dfmutter geschenkt. Und am Morgen, als ich einr\u00fcckte, da gab sie mir diesen hier. Sie war so gl\u00fccklich\u2026 Ich auch, ja. Ich habe lange \u00fcberlegt, ob ich sie heiraten soll. Heute glaube ich fest, dass sie die Richtige ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann den Sternenhimmel nicht mehr sehen. Das war fr\u00fcher so was Ewiges, Sch\u00f6nes. In den zahllosen N\u00e4chten auf Posten ist man ihm aber so gef\u00e4hrlich nahe gekommen; er hat so nichts tr\u00f6stliches mehr. Kalt\u2026 wie die N\u00e4chte und das ganze Leben. Sogar das Tageslicht scheint manchmal so kalt geworden zu sein. Das geht auf\u2019s Hirn. Kennst du diese grellen Momente, wo dir klar wird, dass du mordest und gemordet werden kannst? Die sind furchtbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Du bist ziemlich m\u00fcde, was? Naja, wenn ich eine Dienstreise in eine fremde Stadt machen w\u00fcrde, dann w\u00e4re ich wohl auch schon eingeschlafen. Aber so\u2026 Ich habe furchtbar lange keine Post mehr bekommen. Da kann ich fast wahnsinnig werden. Ob sie nicht schreibt, weil ein anderer\u2026? In einer normalen Ehe w\u00fcrde sie wohl Mann genug an mir haben, aber \u2026 ich glaube, heutzutage ist an einem Ehebruch viel mehr der verfluchte Krieg und viel weniger die vereinsamte Frau schuld. Was machen denn wir? Reden wir nicht davon, &nbsp; w i e &nbsp; wirs machen? Aber ein normales Leben f\u00fchren wir doch in dieser Beziehung auf keinen Fall -, und das Triebleben ist was ganz Nat\u00fcrliches. Na, wenn alles gut geht, dann halte ich sie morgen in meinen Armen und darf \u2013 darf! mit Generals Gnaden &#8211; sie k\u00fcssen. Und dann werde ich wohl auch sehen und sp\u00fcren, ob sie mir treu gewesen ist. Es gibt ja wohl so gewissen Anzeichen daf\u00fcr. Wei\u00dft du, fr\u00fcher glaubte ich, Herz und Religion und so was, das sei nur f\u00fcr Frauen da &#8211; jetzt glaube ich, dass es auch uns Herren der Sch\u00f6pfung etwas angehen sollte. Du? Jetzt schl\u00e4ft der ganze Urlauberzug.<\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Zum Publikum:<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Nun kann ich mich nur noch mit Ihnen unterhalten. Tja, so gondelten wir durch Europa. Von der Front, zur Front, nach Hause, in die Fremde, in jede Himmelsrichtung. Freunde und Feinde, oder Feinde und Freunde, das war so egal. Es wechselte auch so oft; manchmal kannte man sich gar nicht mehr aus. Gleich blieb sich nur die Tatsache, dass Millionen Europ\u00e4er das taten, was weder Beruf noch Neigung war, und den wenigsten machte es Vergn\u00fcgen. Wir opferten und litten, und wussten nicht ganz genau wof\u00fcr. Es fehlte zwar nicht an Versuchen, uns zu erkl\u00e4ren, wof\u00fcr wir sterben und t\u00f6ten sollten, aber das blieben Versuche. Manchmal tr\u00f6stete man sich und hoffte, dass der Krieg die Menschen bessern und l\u00e4utern w\u00fcrde, und dass V\u00f6lker sich einigen w\u00fcrden. Man wartete auf den Frieden. Da sollte es sich zeigen. Hat es sich gezeigt? Sie, die Sie sich dieses Kriegsst\u00fcck ansehen lange nachdem der Krieg vor\u00fcber ist, m\u00fcssten diese Frage eigentlich beantworten k\u00f6nnen. Nun? Vielleicht ber\u00fchrt Sie diese Frage auch peinlich. Sie ist au\u00dferdem etwas verfr\u00fcht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist etwa 1941 und ich fahre auf Urlaub zu meiner Frau, wie schon einmal. Wie oft in Zukunft noch? Von Frieden ist noch keine Spur am Horizont. Er wird wohl auch nicht pl\u00f6tzlich kommen. Ganz allm\u00e4hlich wird man wohl genug bekommen vom Krieg, und eines Tages wird der Frieden da sein, lange vorbereitet in den Menschen. Ja, vielleicht ist er noch nicht einmal dann da, wenn der letzte Schuss gefallen ist. Der Krieg brauchte ja auch lange Vorbereitung und brach eigentlich viel fr\u00fcher aus, als am 1. September 1939.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgen Sie uns weiter in unserem Spiel, schauen Sie, wie zwei Herzen sich durch diesen Krieg hindurch schlagen. Waffen und Waffenproduktion lie\u00dfen den Krieg kommen, Mensch und Menschenherzen m\u00fcssen f\u00fcr den Frieden sorgen. Viel interessanter als die Wehrmachtsberichte aller Krieg f\u00fchrenden L\u00e4nder zusammen werden die Schicksale mancher Menschen sein, &#8211; den ganzen Krieg hindurch.<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste Bild spielt in irgend einem Urlaub in den n\u00e4chsten Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Der Zug ruckt.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>ER<br>Hoppla, jetzt bist du aufgewacht, was? Ha, du hast geschlafen, im Stehen und geschnarcht, und wie! (<em>Schaut hinaus<\/em>). Was, Fliegeralarm? Verfluchte Schei\u00dfe, auch das noch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1347\">Bild 4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1351\">Bild 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1372\">Bild 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1374\">Bild 7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1376\">Bild 8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1378\">Bild 9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1380\">Bild 10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1364\">Zu Kommen und Gehen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1397\">Claudia zur hiesigen Ver\u00f6ffentlichung <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1352\">Presseschau und Zuschauerbriefe von damals<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1555\">Autobiografischer Monolog von 1947<\/a> &#8211; Das St\u00fcck \u201cKommen und Gehen\u201d berichtet<\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1330\">Bild 1<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1333\">Bild 2<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1345\">Bild 3<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1347\">Bild 4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1351\">Bild 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1372\">Bild 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1374\">Bild 7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1376\">Bild 8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1378\">Bild 9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1380\">Bild 10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** *** Kommen und Gehen &#8211; Drittes Bild&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Waggonfenster.(Zug- und Eisenbahnger\u00e4usche ad libitum.) 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