{"id":1351,"date":"2023-03-29T07:07:45","date_gmt":"2023-03-29T07:07:45","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=1351"},"modified":"2026-02-19T12:13:59","modified_gmt":"2026-02-19T12:13:59","slug":"kommen-und-gehen-bild-5","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1351","title":{"rendered":"Kommen und Gehen &#8211; Bild 5"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"697\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen5DachlukeFarb-1024x697.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1468\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen5DachlukeFarb-1024x697.jpg 1024w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen5DachlukeFarb-300x204.jpg 300w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen5DachlukeFarb-768x523.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KommenUndGehen5DachlukeFarb.jpg 1381w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">B\u00fchnenbild von Rolf Christiansen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kommen und Gehen &#8211; F\u00fcnftes Bild<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dachluke<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>SIE (<em>hat einen Brief und W\u00e4scheklammern in der Hand. Nach hinten:<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie vielen Dank, Frau S\u00e4bel. (<em>\u00d6ffnet den Brief.<\/em>) Peter hat mir geschrieben. H\u00f6rt ihr? Alle, die es interessiert: Mein Peter hat geschrieben. Ich habe wieder Herzklopfen. Wollen Sie h\u00f6ren, was er schreibt? Ja? Ihnen w\u00fcrde ich es vorlesen. Sie sind ja mit den intimsten Dingen unserer Ehe bekannt geworden. (<em>Liest:<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein liebes Gesch\u00f6pf! (<em>Kuss<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht erh\u00e4ltst du diesen Brief gerade an dem Tag, an dem dein dich liebender Gemahl seinen Geburtstag hat. Er ist nur kurz \u2013 der Brief, nicht der Gemahl -, weil ich wenig Zeit habe. Wei\u00dft du, was wundersch\u00f6n ist?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKein sch\u00f6ner Blick auf dieser Welt, als durch die Zweige eines gr\u00fcn belaubten Baumes das Blau des Himmels zu erschauen. Und wenn ein Vogel ein Lied dazu erschallen l\u00e4sst, und etwa eine Rose ihren Duft ganz ohne Zweck verstr\u00f6mt, dann f\u00fchlst du dich so eins mit allen Dingen. ..<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGlaubst du nicht, dass ich vielleicht doch ein Dichter werden k\u00f6nnte?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ja!<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun geht das Leben, beziehungsweise diese idiotische Besch\u00e4ftigung hier weiter und ich muss schon schlie\u00dfen. Kein sch\u00f6ner Ding auf dieser Welt als deiner H\u00e4nde Druck. Ich k\u00fcsse sie und dich und alles, was lieb an dir ist und bleibe dein Peter.<\/p>\n\n\n\n<p>(<em>Ruft auf die Stra\u00dfe:<\/em>) Hallo Sie? Mein Mann hat geschrieben. Den interessiert das gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal habe ich ein bisschen Angst vor diesem Monolog in der Dachluke. Ich finde es sehr nett, dass er in der Rolle drin ist, aber \u2026 Mich w\u00fcrde es interessieren, ob die Frauen im Publikum nicht finden, dass in diesem St\u00fcck so manches \u00fcbergangen worden ist, was so wichtig w\u00e4re. Fehlt uns Frauen nicht manchmal etwas? Nein? Nun, vielleicht sind es auch die Dinge, die man eben nicht aussprechen oder darstellen kann. Manches wiederum, finde ich, ist so sehr deutlich in diesem St\u00fcck, so Verschwebendes, nur Sp\u00fcrbares, das man vielleicht gar nicht beim Namen nennen sollte. Na, es ist eben von einem Mann und der sagt alles auf seine Art. Ob er zum Beispiel ahnen konnte, wie sehr schwer es f\u00fcr mich war, dass ich an diesem Geburtstag Peter nicht gratulieren konnte? Jedenfalls nicht pers\u00f6nlich! So durch den Himmel tue ich es ja.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles Gute, mein Peter. Auf ein Wiedersehen und Kriegsende und all das\u2026 Ich glaube, der Himmel da, der blaue, wird dir diese W\u00fcnsche so recht ins Herz hineinleuchten. Und ich habe gro\u00dfe W\u00e4sche an deinem Geburtstag. Was bei einer zur Zeit allein lebenden und gehenden und \u2013 schlafenden Frau eben so gro\u00dfe W\u00e4sche hei\u00dft. Babyw\u00e4sche ist nicht dabei. Aber ein Hemd aus deinem letzten Urlaub. Und beim Aufh\u00e4ngen, da kam Nachbarin S\u00e4bel und brachte deinen Brief, und da musste ich gleich ans Fenster rennen. Das habe ich von meiner Mutter. Die hielt auch immer Monologe am Fenster bei freudigen \u00dcberraschungen. \u201eKlingende Stunden\u201c nannte meine Mutter diese Augenblicke, wo sie gl\u00fccklich war. Sie hatte es schwer im Leben \u2013 wohl auch beim Sterben. Aber mir hat sie immer von klingenden Stunden erz\u00e4hlt. Kennen Sie diese unendlich begl\u00fcckenden Momente, wo jede Fingerbewegung, jeder Laut, alle Sterne und \u2013 einfach eben alles wie aufeinander abgestimmt ist, als k\u00f6nnte es nicht anders sein? Man stolpert nicht, man umgeht die Menschen im Gew\u00fchl in harmonischen B\u00f6gen. Ja, selbst Stra\u00dfenbahn und Verkehrsampel reagieren so, dass man weder rennen noch warten muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt habe ich mich bei den klingenden Stunden verplaudert und dar\u00fcber meine W\u00e4sche ganz vergessen. Viel ist geschehen seit dem vorigen Bild, viel wird geschehen bis zum n\u00e4chsten Bild, das im letzten Urlaub meines Mannes spielen wird. Viel? Viel \u2013 und letzten Endes doch immer wieder nur das ewige Kommen und Gehen, dauerndes Sterben und Feldpostbriefe und gro\u00dfe W\u00e4sche und Bomben und immer wieder die t\u00e4gliche Ausflucht: \u201eWenn erst der Krieg aus ist\u2026\u201c Aber dieser Alltag der Kriegsjahre ist ja kein Geheimnis, und unser Spiel sieht seine Aufgabe auch nicht darin, Ihnen diesen Kriegsalltag als Neuigkeit oder Geheimnis auf der B\u00fchne zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Aufgabe des Spiels zu sprechen ist vielleicht verfr\u00fcht oder \u00fcberhaupt fehl am Platze. Wir, das Liebespaar wollen weiter wandern durch diese Welt, diese Zeit\u2026 Kommen und Gehen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem n\u00e4chsten Bild ist dann Pause.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1372\">Bild 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1374\">Bild 7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1376\">Bild 8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1378\">Bild 9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1380\">Bild 10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1364\">Zu Kommen und Gehen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1397\">Claudia zur hiesigen Ver\u00f6ffentlichung <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1352\">Presseschau und Zuschauerbriefe von damals<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1555\">Autobiografischer Monolog von 1947<\/a> &#8211; Das St\u00fcck \u201cKommen und Gehen\u201d berichtet<\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1330\">Bild 1<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1333\">Bild 2<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1345\">Bild 3<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1347\">Bild 4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1351\">Bild 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1372\">Bild 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1374\">Bild 7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1376\">Bild 8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1378\">Bild 9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1380\">Bild 10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** *** Kommen und Gehen &#8211; F\u00fcnftes Bild Dachluke SIE (hat einen Brief und W\u00e4scheklammern in der Hand. 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