{"id":1624,"date":"2023-04-20T14:57:43","date_gmt":"2023-04-20T14:57:43","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=1624"},"modified":"2026-02-19T11:44:12","modified_gmt":"2026-02-19T11:44:12","slug":"marchen-fur-den-montag","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1624","title":{"rendered":"M\u00e4rchen f\u00fcr den Montag &#8211; Wie einer auszog das Gute und Sch\u00f6ne zu suchen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong>Wie einer auszog das Gute und Sch\u00f6ne zu suchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Liebende!<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst und zu allererst: Dieses Buch ist nicht von mir, sondern von meiner Geliebten und mir. Ich konnte dieses M\u00e4rchen nur aufschreiben, weil ich einem Liebespaar angeh\u00f6re. Ich bin also der Ihre. Ich hoffe, dass dieses Bekenntnis Ihr Vertrauen erweckt: Wir sind unter uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde, dass f\u00fcr uns Liebende entschieden zu wenig getan wird in dieser verkriesten, mehr oder weniger bewirtschafteten und durcheinanderen Welt. Man vernachl\u00e4ssigt uns \u00fcberall. Selbst unsere legitimsten Abgeordneten im weiten Rund der Schreiber und Sprecher: die Dichter, die von der Liebe singen, sind kleinlaut und kleingl\u00e4ubig geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich griff deshalb zur Selbsthilfe und schrieb die folgenden M\u00e4rchen nieder, mit denen ich nun eine Woche lang jeden Abend zu Ihnen kommen m\u00f6chte. Wenn es Ihnen recht ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Denn wir Liebenden m\u00fcssen verbunden sein in unserer zusammenhaltlosen Welt und einander helfen. Wir sind die einzigen, die noch M\u00e4rchen lesen, und die sollten wir austauschen. Dieser Aufgabe dienend habe ich die folgenden M\u00e4rchen uns gewidmet, &#8211; nicht Ihnen, denn ich bin \u2013 wie gesagt \u2013 der Ihre.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns Liebende hat die Zeit der Katastrophen den sicheren Beweis erbracht, dass der Kern der Liebe wohl unzerst\u00f6rbar ist, aber auch den beunruhigenden Beweis, dass die notwendige H\u00fclle um diesen Kern herum leiden kann. Zur Festigung der H\u00fclle, als Medizin sozusagen, aus dem Gef\u00fchl, dass wir Liebenden selbst die behandelnden \u00c4rzte unserer angegriffenen Substanz sein m\u00fcssen, m\u00f6gen diese M\u00e4rchen gelesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Setzen Sie sich bitte nebeneinander auf ein gem\u00fctliches Sofa unter das warme Licht einer Stehlampe oder auf eine harte Holzbank in einem schlecht erleuchteten Wartesaal oder sonst wohin, jedenfalls: nebeneinander. Ich w\u00fcrde vorschlagen, dass der Herr liest, dass er die Dame aber wegen der Zeichnungen hineinschauen l\u00e4sst. So, k\u00f6nnen wir anfangen?<\/p>\n\n\n\n<p>Also, das erste M\u00e4rchen handelt davon, wie einer auszog      <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 73%\"><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>DAS GUTE <\/strong><br><strong>UND <\/strong><br><strong>SCH\u00d6NE&nbsp;<\/strong><br><strong>ZU <\/strong><br><strong>SUCHEN<\/strong><\/p>\n<\/div><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1021\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_02-1024x1021.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1677 size-full\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_02-1024x1021.jpg 1024w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_02-300x300.jpg 300w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_02-150x150.jpg 150w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_02-768x766.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_02-1536x1532.jpg 1536w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_02.jpg 1814w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein sehr regnerischer Tag in einem M\u00e4rchenfr\u00fchling. Leuchtend hob sich das satte Gr\u00fcn vom bedeckten Himmel ab, sangen die V\u00f6gel ihre Lieder, als g\u00e4lte es heute dem Gr\u00fcn ebenso zu huldigen wie gestern und morgen dem Gold der Sonne. An diesem Tag wurde der Prinz zu seinem Vater gebeten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Er trug ein himmelblaues Gewand mit wei\u00dfen Borten und einem dunkelblauen breiten G\u00fcrtel, dazu Schuhe aus rosa Seid, die mit dunklem Braun vielf\u00e4ltig verziert waren. Auf dem schwarzen Haar sa\u00df eine turban\u00e4hnlich wei\u00dfe M\u00fctze mit einem kleinen Aquamarin. So gekleidet begab sich der Prinz zu seinem Vater.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vorzimmer wartete er einige Minuten, denn der Vater verhandelte gerade mit einer Arbeitervertretung \u00fcber die Errichtung eines Erholungsheimes f\u00fcr Arbeiterfrauen. Schlie\u00dflich wurde der Prinz vorgelassen. Der K\u00f6nig sa\u00df auf seinem Thron, vor dem, zum Zeichen, dass Regieren eine Arbeit ist, ein gro\u00dfer Schreibtisch stand.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Hochverehrter Vater! Ihr habt mich rufen lassen.&#8221;<br>&#8220;Liebwerter Sohn. Du bist nunmehr in das Alter gekommen, da du die Welt kennen lernen musst, damit du dir Kenntnisse, F\u00e4higkeiten und Erfahrung aneignen kannst, die du zum K\u00f6nigsein brauchst. Ich wollte dich eigentlich schon vor ein paar Jahren fortschicken, aber deine Mutter fand damals, du w\u00e4rst noch viel zu jung. Nun aber zieh hinaus, geh in die Welt und lerne von den Menschen, den Dingen und vom Leben. Du hast sehr kluge Lehrer gehabt, Ber\u00fchmtheiten. Aber eben weil sie so gelehrt und ber\u00fchmt waren, kann ihre Lehre nur St\u00fcckwerk geblieben sein. Als K\u00f6nig musst du Wissenschaft  u n d  Leben von Grund auf kennen. Die Wissenschaft liegt nun in dir, das Leben vor dir. Suche das Gute, sieh, wie es wirkt in Natur und Menschen, wie es schafft und wandelt. Meide das B\u00f6se, sieh, wie es vernichtet und begr\u00e4bt. All meine v\u00e4terliche Liebe begleitet dich. Nun geh zu deiner Mutter. Sie wird dir auch noch etwas sagen wollen. Hast du noch einen Wunsche. liebwertester Sohn?&#8221;<br>&#8220;Hochgesch\u00e4tzter Vater! Keinen, als dass meine Kr\u00e4fte nicht versagen m\u00f6gen, bis ich ein so weiser K\u00f6nig werde sie du!&#8221;<br>&#8220;Falsch, mein Prinz! Du musst weiser werden, sonst steht die Welt still!&#8221;<br>Der Prinz ging zu seiner Mutter, die er mit N\u00e4harbeiten besch\u00e4ftigt fand. Sie trug ein dunkelgelbes Kleid, blau und rot gemustert und mit ebenso gro\u00dfem Geschmack gefertigt, wie ihn das Gewand des Prinzen schon hatte erkennen lassen.<br>&#8220;Oh, Prinz!&#8221; begann sie. &#8220;Ich lasse dich sehr ungern ziehen. Ich finde, du bist noch viel zu jung. Aber M\u00fctter f\u00fchlen wohl immer so. Noch wenn ich meine Enkel wiegen werde, wirst du mir viel zu klein zum Gro\u00dfsein vorkommen. Staunend werde ich dein erstes Gesetz lesen, und es wird mich viel M\u00fche kosten, zu begreifen, dass es von meinem kleinen Prinzen ist. Ja aber\u2026 Wie denkst du denn \u00fcber die Welt, die da vor dir liegt?&#8221;<br>&#8220;Ich denke eigentlich gar nichts.&#8221; erwiderte der Prinz. &#8220;Ich ziehe ohne Vorurteile hinaus. Die Augen und Ohren offen und froh \u00fcber alles, was mir begegnen wird.&#8221;<br>&#8220;Siehst du, wie viel zu jung du bist!&#8221; sagte die K\u00f6nigin besorgt. &#8220;Wei\u00dft du nichts von Gefahren?&#8221;<br>&#8220;Sie sind zum \u00dcberwinden da!&#8221; sagte der Prinz.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Ecke des Zimmers sa\u00df ein kleines verkr\u00fcppeltes M\u00e4dchen. Durch ihr Gebrechen von zu alter Seele, war sie, die als Gespielin des Prinzen einstmals ins Schloss gekommen war, mehr und mehr zur Schwester und Gef\u00e4hrtin der K\u00f6nigin geworden. Sie hatte \u00fcberaus geschickte H\u00e4nde, die immer t\u00e4tig waren. Wenn sie sprach, war es, als lese sie die Worte von einem Buch in ihrem Innern ab; meist arbeitete sie weiter und sah den Angesprochenen kaum an.<br>&#8220;Er hat recht, K\u00f6nigin!&#8221; sagte sie jetzt und leimte bed\u00e4chtig an einer Puppenstube f\u00fcr eines der k\u00f6niglichen Waisenkinder weiter. &#8220;Bedenke, dass kein Mensch auf der weiten Welt so voll liebender und gut gemeinter Vorurteile ist wie die Mutter eines Sohnes. Sie w\u00fcnscht ihn doch lieber in ihren Leib zur\u00fcck als in die Welt hinaus, das Sch\u00f6ne zu suchen.&#8221;<br>&#8220;Ja, K\u00e4tzin, du hast recht!&#8221; sagte die K\u00f6nigin. &#8220;Ich will dir, Prinz, deshalb auch sagen, was wichtig ist f\u00fcr deinen Weg und nicht immer an das denken, was mich besch\u00e4ftigt.&#8221; Sie hob den Kopf und blickte, die Dinge offensichtlich \u00fcberlegend, aus dem Fenster. Dann begann sie: &#8220;Vor allen Dingen, zieh dich warm genug an und nimm Taschent\u00fccher mit, f\u00fcr den Fall, dass du einmal einen Schnupfen bekommen solltest. Ach ja, dich mit einem Schnupfen in der Welt zu wissen\u2026&#8221; seufzte sie. Tja, &#8211; und was sonst noch\u2026?&#8221;<br>&#8220;Der Stein, K\u00f6nigin!&#8221; sagte die K\u00e4tzin.<br>&#8220;Ja, richtig! Das Wichtigste vergesse ich!&#8221;<br>Die K\u00f6nigin holte aus einem sehr tief und abseits liegenden Fach ihres vielf\u00e4chrigen und weit verzweigten N\u00e4htischchens einen Edelstein hervor; es sah aus wie ein Mondstein, tr\u00fcbe und geheimnisvoll.<br>&#8220;Dies ist kein Mondstein.&#8221; sagte sie. &#8220;Den gebe ich dir mit. Er wird klar und sch\u00f6n wie der lauterste Kristall, wenn du in der N\u00e4he deiner Frau bist. Du kannst also nie an schlechte Frauenzimmer geraten, wenn du immer diesen Stein zu Rate ziehst. Bitte, vergiss ihn nie! Auch wenn du einmal in sehr verlockende Augen blickst oder in begehrenden Armen liegst. \u00dcberhaupt die Frauen\u2026&#8221; sagte die K\u00f6nigin wiederum seufzend.<br>&#8220;Sie werden mir sehr viel Freude machen, glaube ich!&#8221; sagte der Prinz ein wenig versch\u00e4mt, aber ehrlich neugierig.<br>&#8220;Glaubst du?&#8221; fragte die K\u00f6nigin. &#8220;Als du geboren wurdest, sagten die Magier und Sterndeuter, dass eine Fee deine Frau w\u00fcrde. Ich w\u00fcrde ja lieber eine ordentliche Prinzessin als Schwiegertochter in meine Arme schlie\u00dfen, aber wenn die Sterne es gesagt haben\u2026 Du kannst mir also ruhig auch eine Fee ins Haus bringen. Nun geh also, Prinz. Suche das Sch\u00f6ne und bewahre es, wenn und wo immer du es findest. Du brauchst es, wenn du gl\u00fccklich werden willst.&#8221;<br>&#8220;Der Vater hat gesagt, ich soll vor allen Dingen das Gute suchen, damit ich K\u00f6nig werden kann. Nun sprichst du vom Sch\u00f6nen\u2026?&#8221;<br>&#8220;Das Gro\u00dfe, Prinz!&#8221; sagte die K\u00e4tzin. &#8220;Die gro\u00dfe Sch\u00f6nheit und die gro\u00dfe G\u00fcte.&#8221;<br>&#8220;Das musst du alles suchen, liebenswerter Sohn.&#8221; sagte die K\u00f6nigin. &#8220;Das B\u00f6se brauchst du nicht zu suchen. Das findet sich von selbst und muss gemieden werden.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>So beginnt der Prinz in der Welt zu wandern. Viel gute Lehren und m\u00e4nnliche Grunds\u00e4tze im Kopf, Taschent\u00fccher in der rechten, den Kristall in der linken Hosentasche. Er denkt nicht nach \u00fcber Dinge, die abseits liegen, nicht \u00fcber den Sinn, der in der Scheckigkeit eines Katzenfells liegen mag, noch \u00fcber die Armen, die am Wegesrand um milde Gaben betteln. Er streichelt die Katzen und gibt den Bittenden. Er sieht und h\u00f6rt die Dinge, und sein Ged\u00e4chtnis ist gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein strahlender Fr\u00fchlingstag hat eine Wiese sehr bunt gemacht und den Prinzen sehr m\u00fcde. So legt er sich ins Gras, um zu schlafen.<br>In einer Baumkrone, unweit der Stelle, wo der Prinz eingeschlafen ist, webt eine Fee \u2013 weich, zerflie\u00dfend, gestaltlos \u2013 an unsichtbaren, geheimnisvollen Schleiern, vom Duft der gelben Rose umgeben, die sie in sich tr\u00e4gt. Beim Kn\u00fcpfen einer Masche am \u00e4u\u00dfersten Rande des Schleiers erkennt sie den schlafenden Prinzen: das himmelblaue Gewand im Wiesengr\u00fcn, die rosa mit Braun verzierten Schuhe, vom Blumenbunt fast verdeckt. Und sie gelangt zu ihm auf Fernreise: weich, zerflie\u00dfend, gestaltlos, den Schleier hinter sich, die Rose in sich.&nbsp;<br>Da tr\u00e4umt der Prinz von einer gelben Rose, die von einem Baum durch die Luft zu ihm schwebt, der auf deiner Fr\u00fchlingswiese schwebt. Nun f\u00e4llt die Rose auf sein Herz\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich hat sich die Rose aus der Fee gel\u00f6st und ist so auf den Prinzen gefallen, dass ein Dorn ihn ins Herz getroffen hat, und er erschrocken aufgewacht ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Welt scheint ver\u00e4ndert; nur der Duft\u2026 Ein Duft wie von einer gelben Rose. Des Prinzen Hand tastet sich zum Herzen, wo er einen Dornenstich zu sp\u00fcren meint. Aber die gelbe Traumrose bl\u00fcht nicht auf dem himmelblauen Gewand. Nur der Duft \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend tanzt er mit einem M\u00e4dchen. Sie ist ein wenig gr\u00f6\u00dfer als er und kann so sch\u00f6n lachen und redet so dummes Zeug. Und der Prinz \u00fcberlegt angestrengt, ob sch\u00f6nes Lachen wichtiger ist oder kluges Zeug. Sie ist sehr tanzw\u00fctig und l\u00e4sst ihn nicht aus den Armen. Er kommt nicht dazu, den Kristall zu befragen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wo beziehen Sie eigentlich das herrliche Rosenparf\u00fcm?&#8221; Sie schnuppert wie ein sch\u00f6nnasiges Kaninchen in der Luft.&nbsp;<br>&#8220;Ich bin nicht parf\u00fcmiert!&#8221; antwortet der Prinz.<br>Das M\u00e4dchen verzieht den Mund und schmollt. Erst als der Prinz sich bereit erkl\u00e4rt, seinen gesamten Besitz offen vor ihr auszubreiten, lacht sie wieder so sch\u00f6n wie vorher. Der Prinz kramt also Taschent\u00fccher und Kristall hervor.<br>&#8220;Oh, wie sch\u00f6n!&#8221; ruft das M\u00e4dchen beim Anblick des tr\u00fcben Kristalls. &#8220;Oh, wenn er durchsichtig w\u00e4re!&#8221;.<br>Erstaunt fragt der Prinz: &#8220;Wieso wollen Sie, dass er durchsichtig w\u00e4re?&#8221;<br>&#8220;Dann w\u00e4re er sicher noch sch\u00f6ner. Aber nein, mir gen\u00fcgt er auch so.&#8221;<br>&#8220;Mir nicht!&#8221; sagt der Prinz und verl\u00e4sst ziemlich br\u00fcsk und traurig zugleich Tanzboden und M\u00e4dchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem fahrenden Buchh\u00e4ndler ersteht er ein Buch &#8216;Der Rosenj\u00fcngling&#8217;. Ganz nahe beim Buchwagen sitzt er auf einem Stein und liest. Es ist eines jener B\u00fccher, die man sich nur antiquarisch bei fahrenden Buchh\u00e4ndlern erstehen kann: Man kann sich nicht vorstellen, dass sie jemals neu waren. Dunkle Andeutungen und geheimnisvolle Theorien wechseln sich ab mit mehr wissenschaftlichen Kapiteln, und zum Schluss wird noch eine mehr edle als sch\u00f6ne Geschichte erz\u00e4hlt. Es gibt Rosenj\u00fcnglinge, so hei\u00dft es in dem Buch, die von einer Fee mit einer gelben Rose beschenkt werden. Die Rose bleibt unsichtbar, ihr Duft aber str\u00f6mt unaufh\u00f6rlich. Bedacht mit einer solchen Rose, f\u00fchlt der J\u00fcngling in sich die Verpflichtung, so gut zu leben, wie gelbe Rose und Duft sch\u00f6n sind. Der Prinz ist begeistert und allerbesten Willens.<\/p>\n\n\n\n<p>Seien Begeisterung wird jedoch ein wenig ged\u00e4mpft, als er lange wandern muss, ehe sich ihm die erste Gelegenheit bietet, Gutes zu tun. Ja, es kostet bei allem guten Willen M\u00fche und Einsatz, die Gelegenheit \u00fcberhaupt aufzufinden. Und oft bleibt nichts als bittere Entt\u00e4uschung, wenn es einzusehen gilt, dass auch die Kr\u00e4fte eines Prinzen nicht ausreichen, um wirklich zu helfen. Im weiteren Verlauf seiner G\u00fcte spendenden Wanderung stimmt es den Prinzen nachdenklich, dass seine Hilfe immer wieder vergolten wird, dass die Kette des Guten ebenso wenig abrei\u00dft, die die des B\u00f6sen, wenn sie auch vielleicht dem lauen Auge unsichtbar bleibt. Und wieder sollte sich diese Wahrheit best\u00e4tigen, als er das M\u00e4dchen an der Friedhofsmauer lehnen sah.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gleichaltrigen gingen tanzen und k\u00fcmmerten sich kaum um sie. Der Prinz hatte das Gef\u00fchl, er w\u00fcrde ihr gut tun, wenn er mit ihr spr\u00e4che. So unterbrach er seinen Gang zum Waldsee und richtete ein paar freundliche Worte an sie. Misstrauisch und spr\u00f6de waren zun\u00e4chst die Entgegnungen, aber nach wenigen Worten schien ein Damm zu brechen, und eine sehr angeregte Unterhaltung begann. Stundenlang standen sie an der kalkwei\u00dfen Mauer in der prallen Sonne, &#8211; das M\u00e4dchen nahm kaum die H\u00e4nde hinter dem R\u00fccken hervor; sie sprachen von Sternen und Farben, Gedichten und Menschen. Die Sonne stand schon tief, als sie mit einem H\u00e4ndedruck auseinander gingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig sp\u00e4ter erf\u00e4hrt der Prinz, dass ein Waldbrand ausgebrochen ist, in dessen Zentrum etwa der Waldsee liegt. Der Prinz h\u00e4tte den See noch vor Ausbruch des Brandes erreicht, wenn er nicht so lange mit dem M\u00e4dchen an der Friedhofsmauer \u00fcber Sterne, Farben und was sonst zum Leben geh\u00f6rt, gesprochen h\u00e4tte. Er st\u00fcnde jetzt rettungslos inmitten der Flammen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Obgleich anzunehmen war, dass die gepriesene Sch\u00f6nheit des Waldsees durch das Feuer sehr beeintr\u00e4chtigt sein w\u00fcrde, wollte der Prinz, nachdem das Feuer in der Nacht zum Erliegen gebracht worden war, ihn dennoch sehen. Er bereute diesen Entschluss bald. Es war ein h\u00e4sslicher Weg. Die Gedanken wurden tr\u00fcbe inmitten der schwarzen Baumgerippe; die verbrannte Luft reizte die Kehle und biss in die Augen. Kein Vogel sang, kein Mensch begegnete ihm. Pl\u00f6tzlich lag der Waldsee tief smaragdgr\u00fcn in der Mulde vor ihm. Mitten drin, auf schwankenden Pf\u00e4hlen ruhend, der Rest eines abgebrannten Landungssteges aus Holz.<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf sa\u00df ein Knabe, ganz still. Er starrte unverwandt auf ein Kaninchen, das von Zeit zu Zeit mit einem kleinen Sprung seinen Platz wechselte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"708\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_03-708x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1678\" style=\"width:340px;height:493px\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_03-708x1024.jpg 708w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_03-208x300.jpg 208w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_03-768x1110.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_03-1062x1536.jpg 1062w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_03-1417x2048.jpg 1417w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_03.jpg 1739w\" sizes=\"auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Neben dem J\u00fcngling lag ein Einkaufsnetz mit einigen wenigen gr\u00fcn schimmernden Bl\u00e4ttern.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich bewegt sich der Knabe. Aus einer Hosentasche holt er ein Taschenmesser, klappt es auf und h\u00e4lt es in der rechten Hand. Mit der linken versucht er, das Kaninchen bei den L\u00f6ffeln zu packen, offensichtlich, um es zu t\u00f6ten. Aber das&nbsp;Kaninchen weicht ihm so beh\u00e4nde aus, dass er es nicht zu greifen bekommt. Der Junge z\u00f6gert, \u00fcberlegt; irre, vom Hunger getrieben, jagen die Gedanken durch den Kopf. Dann legt er das Messer auf den Boden und \u00f6ffnet das Netz. Mit einem Blatt versucht er, das Kaninchen zulocken. Es kommt auch sofort zutraulich angesprungen, butzt mit dem Kopf an des Knaben Knie und isst von dem ihm dargebotenen Blatt. Der Knabe greift schnell nach dem Messer, hebt es, &#8211; und er l\u00e4sst es nach einer kleinen Weile wieder sinken. Das Kaninchen verfolgt kauend und ohne Argwohn jede Bewegung des Jungen. Der klappt nun das Messer zu, steckt es ein und beginnt, mit dem Kaninchen die wenigen Bl\u00e4tter zuteilen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem lauten Ruf rennt nun der Prinz den Berg hinunter zum See, fertigt aus verkohlten St\u00e4mmen und \u00c4sten ein halbwegs sicheres Flo\u00df und rettet damit Knaben und Tier. Er geleitet sie durch den Wald nach Hause. Der Junge ist der Bruder des M\u00e4dchens an der Friedhofsmauer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das himmelblaue Gewand hat etwas gelitten und die rosa Schuhe haben auch einige schwarze Verzierungen, vom Ru\u00df. Die \u00fcbergl\u00fcckliche Mutter des Geretteten l\u00e4sst den Prinzen nicht ziehen, ohne die Sachen gereinigt zu haben. Sie gibt ihm die groben Kleider eines Arbeiterjungen, die der Prinz, etwas verwundert an sich herabblickend, mit den seinen vertauscht. Dann setzt sie ihn auf die Andeutung einer Veranda, den Sonnen- und Luftfang einer kleinen Arbeiterwohnung, und schickt ihm die Tochter zur Unterhaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Warum haben Sie mich eigentlich gestern angesprochen?&#8221; fragt sie pl\u00f6tzlich mitten im Gespr\u00e4ch.<br>&#8220;Ich will ehrlich sein: Sie taten mir leid! Sie standen so verlassen an der Mauer&#8221;.<br>&#8220;Und heute? Tue ich Ihnen heute noch leid?&#8221;<br>Er erwidert: &#8220;Nach wenigen Worten habe ich gestern schon erkannt, wie unbegr\u00fcndet mein Mitleid war.&#8221;<br>&#8220;Und nun?&#8221; fragte sie z\u00f6gernd. &#8220;Wurde das Mitleid ersetzt, oder ist die Stelle leer geblieben?&#8221;<br>&#8220;Wieso?&#8221; sagt der Prinz ausweichend und irritiert.<br>&#8220;Nichts. Ich habe eigentlich noch nie mit jemandem so gesprochen.&#8221;<br>Und er: &#8220;Waren Sie denn nie verliebt?&#8221;&nbsp;<br>Erschrocken hebt sie den Kopf. &#8220;Sie fragen sehr unvermittelt.&#8221;<br>&#8220;Verzeihen Sie! Antworten Sie bitte nicht!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie schweigen. Der Prinz versucht, sich \u00fcber seine Gef\u00fchle zu dem M\u00e4dchen klar zu werden. Eigentlich hat er gar keine wirkliche Beziehung zu ihr, aber er m\u00f6chte sie k\u00fcssen. Dabei hat er das Empfinden, als ob das Gespr\u00e4ch an der Friedhofsmauer fortsetzungslos h\u00e4tte bleiben sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da erscheint die Mutter mit dem tr\u00fcben Kristall in der Hand. &#8220;Hier, das fand ich in Ihren Sachen. Und eine Menge Taschent\u00fccher, die wasche ich gleich mit.&#8221; sagt sie und geht gleich wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Oh, zeigen Sie den Kristall!&#8221; ruft das M\u00e4dchen. &#8220;Wie sch\u00f6n, wie er die Farben bricht.&#8221; Sie lacht. &#8220;Ich glaube, ich habe nie einen so klaren Kristall gesehen.&#8221;<br>&#8220;So?&#8221; sagt der Prinz. &#8220;Ja\u2026&#8221; Er schaut auf den Kristall, der tr\u00fcbe bleibt in seiner Hand, mit seinen Augen.&nbsp;<br>Der Familienvater kommt aus der Fabrik, und man setzt sich zum Essen. Der Vater spricht viel w\u00e4hrend der Mahlzeit, kaum allerdings von der Rettung des Sohnes.<br>&#8220;Ja, da leben wir nun im M\u00e4rchenland und sind trotzdem nicht wirklich gl\u00fccklich. Manchmal zweifle ich, ob ein Arbeiter \u00fcberhaupt wirklich gl\u00fccklich werden kann.&#8221;<br>Der Prinz will etwas sagen.<br>&#8220;Ich wei\u00df, was Sie sagen wollen!&#8221; sagt der Familienvater. &#8220;Nat\u00fcrlich, Sie haben Recht. Wir haben einen guten K\u00f6nig und gute Gesetze. Das finde ich auch. Es ist ja gewiss auch sehr schwierig und es wird das M\u00e4rchenm\u00f6glichste getan und doch\u2026&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder will der Prinz etwas sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder l\u00e4sst der Mann ihn nicht zu Worte kommen: &#8220;Ich wei\u00df, was Sie sagen wollen. Aber glaube Sie denn wirklich, dass zum Beispiel so ein Erholungsheim gleich alle N\u00f6te auffrisst? Wissen Sie, dass auf ein k\u00f6nigliches Waisenkind, dem es gut geht, zwanzig gew\u00f6hnliche Waisenkinder kommen, die der Willk\u00fcr ihrer Erzieher ausgeliefert sind? Das wissen die nat\u00fcrlich nicht, die zufrieden in der Abendzeitung lesen, dass wieder ein Erholungsheim er\u00f6ffnet wurde, f\u00fcr dessen Errichtung sie gespendet haben. Ich will gar nicht anklagen und schimpfen. Es ist alles \u2013 wie gesagt \u2013 sehr schwierig. Die Not bleibt und die ewig ums Geld kreisenden Gedanken.&#8221;<br>Noch einmal macht der Prinz den Versuch, etwas einzuwenden.&nbsp;<br>&#8220;Ich wei\u00df, was Sie sagen wollen. Alles, was sie n\u00e4mlich sagen k\u00f6nnen, sind Worte. Wir brauchen Taten. Das ist es, was ich glaube. Nicht wahr? Und jetzt muss ich noch in eine Versammlung. Wiedersehen!&#8221;. Er legt die Gabel auf den leeren Teller erhebt sich und geht.&nbsp;<br>&#8220;Sie m\u00fcssen nicht b\u00f6se sein!&#8221; sagt die Mutter l\u00e4chelnd. &#8220;Aber wir haben es wirklich nicht leicht.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz kann keine rechte Ruhe finden, als er sp\u00e4ter in dem harten Arbeiterbett liegt. Nicht wegen der H\u00e4rte, sondern wegen des M\u00e4dchens. Immer wieder schaut er auf den Stein; er sch\u00fcttelt ihn, dr\u00fcckt daran herum, bearbeitet ihn wie ein kaputte Uhr. Aber der Stein bleibt unver\u00e4ndert tr\u00fcbe. Schlie\u00dflich l\u00f6scht der Prinz das Licht und schaut in die Dunkelheit. Ab und zu h\u00f6rt er einen Tropfen aus den auf der Veranda h\u00e4ngenden prinzlichen Kleidern fallen. Er beschlie\u00dft, am n\u00e4chsten Morgen einsam weiterzuwandern, das Gute und Sch\u00f6ne zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er lernt und wird geschickter mit jedem Tag. Er hilft einem Schmied, ein widerspenstiges Pferd beschlagen. Er hilft einer Frau, die pl\u00f6tzlich in die Wehen kommt, bei der Geburt eines M\u00e4dchens und wird so Zeuge dieses gr\u00f6\u00dften sichtbaren Mysteriums. Wie selbstverst\u00e4ndlich kommt er gerade immer dahin, wo man die Hilfe braucht, die er zu spenden vermag. Und wenn sie nur einem Kind gilt, dem er mit einem Fingerzeig aus der Not der Schularbeiten hilft oder beim Schuhzubinden. Manchmal gehen ihm noch die Reden des Arbeiters durch den Kopf. Oft ist er einsam. Und oft wird der Kristall befragt, aber immer bleibt er tr\u00fcbe.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Haben Sie nichts zu verkaufen?&#8221; fragt ihn einmal ein Mann, als er eben den tr\u00fcben Kristall wieder in die Tasche stecken will.<br>&#8220;Wieso?&#8221;<br>&#8220;Weil Sie es dann verkaufen k\u00f6nnten. Ich brauche Geld. Ich bin kein Bettler! Das T\u00e4gliche habe ich, aber meine Frau hat morgen Geburtstag und ich habe kein Geld \u00fcbrig, um ihr ein Geschenk zu kaufen.&#8221;<br>Des Mannes sonderbar offene Art r\u00fchrt den Prinzen. Er holt unschl\u00fcssig den Kristall aus der Tasche, dreht ihn zwischen den Fingern.<br>&#8220;Mir ist mit ganz wenig gedient. Meine Frau ist bescheiden.&#8221; sagt der Mann eifrig. &#8220;Da dr\u00fcben wohnt ein H\u00e4ndler, der so etwas kauft.&#8221;<br>Da bekommt die Fee einen Schreck. Ihr weiches, zerflie\u00dfendes Wesen hat n\u00e4mlich im Laufe der Wanderung des Prinzen immer mehr Gestalt angenommen. Mit jedem Schlag auf des widerspenstigen Pferdes Huf wuchs ihr ein Fingernagel, bei der Geburt des Kindes formte sich ihr Scho\u00df. Noch ist sie unsichtbar. Aber so weit hat sie schon Empfindungen, dass sie Angst bekommen kann, als der Prinz den Kristall unschl\u00fcssig zwischen den Fingern dreht. Und zum ersten Mal kriecht die Angst \u00fcber ihre junge Seele, als der Prinz dem Mann in den kleinen Kramladen folgt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der H\u00e4ndler nimmt den Kristall in die Hand, betrachtet ihn aufmerksam und gibt ihn den mitleidig l\u00e4chelnd und Kopf sch\u00fcttelnd zur\u00fcck. Auf des Prinzen etwas gereizte Erkl\u00e4rung \u00fcber die Wundert\u00e4tigkeit des Kristalls sagt er nur geringsch\u00e4tzig:<br>&#8220;M\u00e4rchen!&#8221;<br>Dann deutet er auf den Aquamarin an der M\u00fctze des Prinzen, und bald werden sie handelseinig. Der Geburtstag der unbekannten, bescheidenen Frau verspricht sehr froh zu werden.<br>Die Fee atmet erleichtert auf, denn sie hat schon eine Lunge, und geleitet nun den Prinzen zum Leuchtermacher.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg zum Leuchtermacher ist zun\u00e4chst bitter. Der Prinz muss durch viel Armut und Elend, viel trostlose Ausweglosigkeit gehen. Er sieht Krankheiten, die aus Hunger entstanden sind, und die der Hunger nicht heilen wird. Er sieht Ehen sich l\u00f6sen, weil der Mann und die Frau alle Kr\u00e4fte der Arbeit zuwenden m\u00fcssen und keine Kr\u00e4fte mehr f\u00fcr einander \u00fcbrig haben. Er sieht, dass der Alltag f\u00fcr viele Menschen nur Kampf ist, nichts anderes. Er hilft, wo er kann, aber mit jedem Schrei, den er endet, h\u00f6rt er viele neue. Er sieht die Bosheit in den Menschen und kann nicht erkennen: Macht das Elend sie b\u00f6se oder macht die Bosheit sie elend?<\/p>\n\n\n\n<p>Er findet keinen Freund, keinen Gef\u00e4hrten. Und der Kristall bleibt tr\u00fcbe. Der Prinz wird trauriger mit jeder guten Tat, die er vollbringt. Und manchmal beginnt er zu zweifeln an der Kette des Guten. Ihm ist, als tropften seine Tr\u00e4nen auf hei\u00dfes Gebirge von h\u00e4rtestem Stein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem grauen Tag verl\u00e4sst er eine trostlose Fabrikstadt durch die Rosenj\u00fcnglingsstra\u00dfe. Ein Regenbogen biegt sich in ferner Sch\u00f6nheit \u00fcber sanfte, bewaldete H\u00fcgel. Ein unwiderstehliches Verlagen, von diesen Farben auf seinem himmelblauen Gewand zu sp\u00fcren, lenkt des Prinzen Schritt zu den H\u00fcgeln, die matter werden in der D\u00e4mmerung des verblassenden Tages mit der W\u00e4rme ihrer letzten Strahlen sendet die Sonne den Prinzen in seine Lichtnacht. Sie sinkt in der Gewissheit, dass ihre erste W\u00e4rme am kommenden Morgen den lichtnachtdurchwachten Prinzen strahlend empfangen wird. Der Prinz betritt den Wald. Der Boden duftet von dem Regen, der des Bogens Anlass war.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst sah der Prinz nur ein einziges Gl\u00fchw\u00fcrmchen, zu dem er allerdings sofort eine merkw\u00fcrdig vertrauliche Beziehung f\u00fchlte, wie sie sonst zwischen Prinzen und Gl\u00fchw\u00fcrmchen nicht \u00fcblich war. Dann wurden es immer mehr, und alle schienen ihm verwandt. Alle Sterne, die es nur irgendwie mit den Gesetzen ihrer Laufbahn vereinen konnten, leuchteten dem Prinzen in dieser Nacht. Und der Mond schien eigens aufzusteigen, damit der Prinz den Wurzeln aus dem Weg gehen k\u00f6nnte. Weiter entfernt, zu beiden Seiten des Weges, den der Prinz mit allem Licht gewiesen wurde, zogen kleine Wesen, lustige Lampiontr\u00e4ger ihre Bahn und sangen Lieder vom Rosenj\u00fcngling. Ab und zu brannte ein Lagerfeuer am Wegesrand, das eifrige unsichtbare Geister zu sch\u00fcren schienen. Am fernen Himmel leuchtete in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden ein weicher Blitz auf von zarter, sattgelber Farbe; langsam und wohltuend zog er wie richtungweisend immer wieder seine Bahn. Und die gelbe Rose duftete wie nie zuvor.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Blitz wurde deutlicher, als das erste Grau die nachtschwarzen Bl\u00e4tter wieder gr\u00fcn zu f\u00e4rben begann. Die Sonne schickte sich an, den Prinzen aus seiner Lichtnacht zu holen. Die Lagerfeuer verglommen, das Lied der kleinen Wesen wurde leiser und leiser und ihre Lampions verloschen. Das Licht der Sterne und die Gl\u00fchw\u00fcrmchen erkannte man nicht mehr gegen den sich erhellenden Himmel. Der Prinz fand sich auf einen Weg geleitet, der von sich wiegenden Sonnenblumen begrenzt war. Angef\u00fcllt von den Lichterlebnissen der Nacht sah er die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne auf das wei\u00dfe Haus fallen, dessen Schild besagte, dass hier der Leuchtermacher wohne.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Werkstatt hie\u00df ihn der Leuchtermacher herzlich willkommen. Die Werkstatt zeigte eine bewundernswerte Klarheit und Ordnung. Der Prinz ging umher und besah mit Freude Ger\u00e4te und Werkzeuge, beginnen und fertige Leuchter, Zeichnungen und Kerzen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Rosenj\u00fcngling!&#8221; sagte der Leuchtermacher und sah dem Umherwandernden nach. &#8220;Sieh dir alles an. Liebe ist Voraussetzung. Liebe zu den Dingen, mit denen wir schaffen. Ich liebe diesen Holzklotz und dieses Messer, weil ich beide in die Hand nehmen werde, um einen Leuchter zu fertigen. Ich liebe den Kreis dieser Drehscheibe, diesen Schleifstein.&#8221;<br>&#8220;Aber was soll ich lieben?&#8221; fragte der Prinz. &#8220;Ich bin ein Prinz und soll ein K\u00f6nig werden!&#8221;<br>&#8220;Meine Freude ist sehr gro\u00df, dass auch einmal ein Prinz zum Rosenj\u00fcngling gemacht wurde und den Weg zu mir gefunden hat. Oh, es ist hochbedeutsam. Du machst mich gl\u00fccklich. Einem K\u00f6niologiestudenten wollte ich meine Werkstatt schon lange einmal zeigen; meine Lehren warten auf dich.&#8221;<br>Der Prinz blieb, liebend umsorgt, dankbar f\u00fcr jedes Wort des Leuchtermachers. Sein neuer Lehrer sprach immer nebenbei, \u00e4hnlich wie die K\u00e4tzin. Bei der Arbeit, beim Obstpfl\u00fccken oder wenn sie ein Gewitter betrachteten. Er war bescheiden und wies den Prinzen immer darauf hin, dass er nun sprechen und den Rosenj\u00fcngling belehren k\u00f6nne, dass man zum Rosenmann aber, deren echte es so wenige in der Welt gibt, selbst werden m\u00fcsse durch handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal machte der Leuchtermacher mit starken Schl\u00e4gen einen groben Klotz seinem Formwillen gef\u00fcgig. &#8220;Siehst du, Prinz, das ist wie Kindererzeihen. Hier, die wundersch\u00f6nen Linien dieser Maserung, die m\u00fcssen bleiben. Aber das Astloch hier, das muss nach hinten oder unten oder ganz weg. So m\u00fcssen wir das Sch\u00f6ne und Gute, das jedes Kind mitbringt, immer anregen und freilegen und die Fehler an die rechte Stelle bringen. Wo sie am wenigsten Schaden anrichten k\u00f6nnen. Ja, wenn man ein Leuchtermacher ist, dann liebt man es, in Gleichnissen zu sprechen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Prinz einen besonders sch\u00f6nen Leuchter bewundern durfte, \u00e4u\u00dferte er den Wunsch, den er schon lange getragen hatte: Er wollte auch einen Leuchter machen. Da fiel mit einem leisen Laut ein Herz in die Fee. Der Leuchtermacher aber war bedenklich.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Du bist ein Prinz. Da sollst du keine Leuchter machen. Auch ist das Leuchtermachen ein geheimnisvolles Gewerbe. Bevor ich an die Arbeit gehe, muss ich erst das Licht f\u00fcr einen neuen Leuchter haben. Darauf kommt es an, soll es ein sch\u00f6ner und gewachsener Leuchter werden. Und das Licht gibt mir immer erst meine Frau. Ohne meine Frau bin ich ein rechter Nichtsnutz, wie du siehst. Wer sollte dir wohl ein Licht geben?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz musste an die Einsamkeit auf seinen Wanderungen denken. &#8220;Das ist eine schwerwiegende Frage.&#8221; sagte er. &#8220;Von meiner Frau wei\u00df ich nichts. Aber meine H\u00e4nde verlangen Arbeit. Du hast gesagt, wir m\u00fcssten unser Handwerkszeug lieben. Du hast leicht reden in dieser Werkstatt. Was aber ist das Handwerkszeug eines K\u00f6nigs?&#8221;<br>&#8220;Auf diese Frage, Prinz,&#8221; antwortete der Leuchtermacher, &#8220;habe ich mit zunehmender Bangigkeit seit einiger Zeit gewartet. Du wei\u00dft, dass ich froh war, dass auch einmal ein Prinz Rosenj\u00fcngling geworden war, dass ein Rosenmann K\u00f6nig werden sollte. Und am Ende deiner Lehrzeit muss ich dir die entscheidende letzte Antwort schuldig bleiben. Einen Leuchtermacher-Rosenj\u00fcngling konnte ich nach Beendigung der Lehrzeit mit ruhigem Gewissen ziehen lassen, auch f\u00fcr einen G\u00e4rtner- oder Lehrer-Rosenj\u00fcngling wusste ich immer die letzte Antwort. Aber ein prinzlicher Rosenj\u00fcngling\u2026? Du hast in mein Gl\u00fcck ein wenig Unordnung gebracht.&#8221;<br>&#8220;Und ich h\u00e4tte dir doch nichts als Dank bringen sollen,&#8221; sagte der Prinz, &#8220;denn du hast meinem Leben Ordnung gebracht. Aber wir werden wohl alle etwas ungl\u00fccklich, wenn uns pl\u00f6tzlich das Unbekannte gegen\u00fcber steht.&#8221;<br>&#8220;Deshalb bin ich nicht ungl\u00fccklich. Dagegen gibt es nur eine Hilfe: das Unbekannte zum Bekannten machen. Solche Arbeit, solche T\u00e4tigkeit ist schon wieder Gl\u00fcck. Nicht mehr das ruhende, belehrende, sondern das strahlende, zu erlernende Gl\u00fcck.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Lehrer und Sch\u00fcler sind aus dem Haus getreten. Langsam gehen sie den Sonnenblumenweg hinunter. Es wird Abend.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nein, ich bin ungl\u00fccklich,&#8221; f\u00e4hrt der Leuchtermacher fort, &#8220;weil ich die letzte Antwort nicht wei\u00df. Du musst ein Licht finden. Aber der Prinzenleuchter, der braucht wohl \u2013 ein Feenlicht. Das ist es \u2026 Und dar\u00fcber kann ich dir nichts sagen. Vielleicht webt die L\u00f6sung in unserer N\u00e4he, zu hoch vielleicht, als dass wir sie greifen k\u00f6nnten. Eines muss ich dir noch sagen: Nimm nicht die alten Wanderungen durch das Volk wieder auf. Die n\u00fctzen dir nicht mehr. Du wei\u00dft um Leid und Elend des Volkes. Zu wenden bist du nun ausersehen, daran teilzunehmen nicht mehr. Suche andere Wege. Mit wehem Herzen muss ich dir gestehen, dass ich die Richtung nicht wei\u00df, die du einschlagen musst, da dieser Weg mit den Sonnenblumen nun endet.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie blieben stehen. Der Prinz holte den Kristall aus der Tasche. Es ist schon dunkel geworden.<br>&#8220;Da.&#8221; sagt der Leuchtermacher achselzuckend. &#8220;Ja, vielleicht hilft dir der Kristall!&#8221;.<br>&#8220;Nein. Er hat mit einer Fee zu tun. Ich meine: mit meiner Frau.&#8221;<br>&#8220;Eben.&#8221;<br>Der Leuchtermacher kaut auf einem Sonnenblumenkern herum. &#8220;Die Ahnung einer Antwort, Prinz, auf die Gefahr, dass sie dich weder gl\u00fccklich noch weiser macht: Ich kann mir nur denken, dass du Alles lieben musst: die Menschen, die Dinge, das Zepter, die Gesetze, das Recht, &#8211; eben Alles.&#8221;<br>&#8220;Kann ein Mensch das?&#8221; fragt der Prinz ungl\u00e4ubig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Leuchtermacher zuckt mit den Achseln. &#8220;Vielleicht kann es ein prinzlicher Mensch \u2026 Vielleicht braucht er eine Fee dazu\u2026 So, wie es war, kann es wohl nicht weiter gehen, &#8211; dass du dir einfach eine Prinzessin zur Frau nimmst und regierst, wie es die Vorfahren getan haben. Nein, so geht es wohl nicht weiter\u2026 Etwas Neues \u2026 Oh Prinz, dein Besuch hat sehr viel bewegt in mir. Ich werde wieder ruhig werden, aber nie wird das Bedauern weichen, dass ich dich unbeantwortet habe ziehen lassen m\u00fcssen. Leb wohl.&#8221;<br>&#8220;Wir wollen nicht traurig auseinander gehen.&#8221; sagt der Prinz. Er hebt den Kristall hoch und l\u00e4chelt.<br>&#8220;In diesem Kristall ist deine und meine Ruhe beschlossen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"716\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_04-716x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1679\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_04-716x1024.jpg 716w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_04-210x300.jpg 210w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_04-768x1098.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_04-1075x1536.jpg 1075w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_04-1433x2048.jpg 1433w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/MaBu_04.jpg 1775w\" sizes=\"auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Da verschwindet von des Prinzen flacher Hand der Kristall und entschwebt um eine Sonnenblume herum in den Wald. Ohne Abschied vom Leuchtermacher verfolgt der Prinz auf das h\u00f6chste beunruhigt den Kristall. Erst nach vielen vergeblichen Versuchen gelingt es ihm, ihn wieder einzufangen. Schnell steckt er ihn in die rechte Tasche und \u00fcberlegt fieberhaft, wer hier die Hand im Spiel haben k\u00f6nnte. Da f\u00fchlt er mit einigem Schreck den Kristall in seiner linken Tasche. Schnell holt er ihn heraus und presst die Finger darum. Gleich darauf wird er gekitzelt; er l\u00e4sst den Stein fallen und muss zusehen, wie er von unsichtbarer Hand aufgehoben und wieder zwischen den B\u00e4umen vor ihm herumgetragen wird. Er bemerkt bei der wilden Jagd, und auch infolge der Dunkelheit nicht, dass der Stein so klar geworden ist, wie der lauterste Kristall. Er muss hetzen und jagen, er f\u00e4llt \u00fcber Wurzeln, st\u00f6\u00dft an B\u00e4ume, ritzt sich an \u00c4sten und Dornen; er ist ersch\u00f6pft und verzweifelt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fee spielt ihr erstes Spiel mit dem Geliebten. Sie verspielt den letzten Rest Kobold, der noch in ihr steckt. Sie ist zwar noch unsichtbar, aber w\u00e4hrend der Lehrzeit des Prinzen beim Leuchtermacher zu voller Gestalt erwachsen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Prinz l\u00e4sst sich jagen wie ein verliebter Tor, bis er gegen Morgen, keines Gedankens mehr f\u00e4hig, todm\u00fcde auf eine Wiese sinkt und sofort einschl\u00e4ft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst tr\u00e4umt er sehr verworrenes Zeug. Aber dann erscheint eine Fee, und die Wirrnisse beginnen sich zu lichten. Sie tritt&nbsp;zu ihm, der er im Traum wiederum auf einer Wiese schl\u00e4ft, l\u00f6st seine krampfhaft um einen lauteren Kristall gespannten Finger und streichelt sein Herz, bis eine gelbe Rose auf seinem himmelblauen Gewand erw\u00e4chst.<\/p>\n\n\n\n<p>Von deren Duft erwacht der Prinz. In der k\u00fchlen Morgenluft steht seine Fee, h\u00e4lt in der rechten Hand den strahlenden Kristall und schaut ihn an. Ihr Gewand leuchtet sanft, in all den Regenbogenfarben, in die auch der Kristall die Morgensonnenstrahlen bricht. Der Prinz senkt den Blick auf die gelbe Rose, die an seinem Herzen erbl\u00fcht ist, und hebt sie l\u00e4chelnd wieder zu ihr. Da kniet sie sich zu ihm mit feenhaft liebenden Augen. Auch er kniet, und sie umarmen und k\u00fcssen einander. Prinz und Fee \u2013 M\u00e4rchenk\u00f6nigspaar \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich habe dich schon gekitzelt.&#8221; fl\u00fcstert sie ihm ins Ohr. &#8220;Aber ich will es ohne deine Erlaubnis nie wieder tun.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie sind noch nicht gestorben. Sie leben heute noch und alle M\u00e4rchengl\u00e4ubigen sind ihnen untertan.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rchen f\u00fcr den Dienstag &#8211; <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1627\">M\u00e4rchen in der M\u00fcllerstra\u00dfe<\/a><br>&#8230; f\u00fcr den Mittwoch &#8211; <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1630\">Prinz, Prinzessin und B\u00e4r<\/a><br>&#8230; f\u00fcr den Donnerstag &#8211; <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1632\">Philosophie einer Liebe<\/a><br>&#8230; f\u00fcr den Freitag &#8211; <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1634\">Wie M\u00e4rchenbriefe gewechselt werden<\/a><br>&#8230; f\u00fcr den Sonnabend &#8211; <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1636\">Der B\u00e4r kann auch gut sein<\/a><br>&#8230; f\u00fcr den Sonntag &#8211; <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1638\">Aus dem Tagebuch eines Schutzengels<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** Wie einer auszog das Gute und Sch\u00f6ne zu suchen *** Sehr geehrte Liebende! Zun\u00e4chst und zu allererst: Dieses Buch ist nicht von mir, sondern von meiner Geliebten und mir. Ich konnte dieses M\u00e4rchen nur aufschreiben, weil ich einem Liebespaar angeh\u00f6re. Ich bin also der Ihre. Ich hoffe, dass dieses Bekenntnis Ihr Vertrauen erweckt: Wir [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1054,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1624","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1624"}],"version-history":[{"count":55,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4473,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1624\/revisions\/4473"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}