{"id":2121,"date":"2023-05-30T14:33:41","date_gmt":"2023-05-30T14:33:41","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=2121"},"modified":"2023-05-30T15:51:50","modified_gmt":"2023-05-30T15:51:50","slug":"peter-uber-thomas","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=2121","title":{"rendered":"Peter \u00fcber Thomas"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Schmidt, der im Defa-Film DIE GESCHICHTGE VOM KLEINEN MUCK die Titelrolle spielte, war der Sohn einer wunderbaren Schauspielerin und eines Arztes; der starb, als Thomas zwei Jahre alt war. Der Stiefvater war Mitautor des Drehbuches und Regieassistent bei Wolfgang Staudte. Er produzierte sp\u00e4ter in Westdeutschland die Fernsehserien f\u00fcr Kinder <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1694\">LEMMI UND DIE SCHM\u00d6KER<\/a> und <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=52\">HALLO SPENCER<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>Man zweifelte damals, dass ein Kind diese komplizierte Rolle spielen k\u00f6nnte. So machte man Probeaufnahmen mit besonders kleinw\u00fcchsigen Schauspielern und Schauspielerinnen, unter anderem auch mit Thomas\u2019 Mutter. Sie war schon vorher \u00fcberzeugt, nicht die Richtige zu sein. Aber sie nahm Thomas mit zu den Probeaufnahmen und setzte ihm, mehr absichtlich als zuf\u00e4llig den Kost\u00fcmturban auf den Kopf. So kam Thomas Schmidt zu der Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter wurde vertraglich verpflichtet, alle Texte mit ihm einzustudieren und bei den Aufnahmen dabei zu sein. Thomas schien sehr unkonzentriert, tobte in den oft langen Drehpausen mit seinem Lichtdouble herum und interessierte sich weniger f\u00fcr Kamera und Tonapparatur, und viel mehr f\u00fcr die Elefanten und Kamele, die zur Szenerie geh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, er schien unkonzentriert, war es aber nie. Staudte zweifelte anfangs sehr, dass dieser sich in den Bauten und Stallungen Rumtreibende die schwere Rolle meistern w\u00fcrde. Er meisterte sie mit Bravour. Freilich: er kam aus dem Theatermilieu, hatte wenig Ahnung von b\u00fcrgerlichen Professionen, \u00fcbte ein Handwerk aus, das er von seiner Mutter kannte.<\/p>\n\n\n\n<p>Er war elf Jahre alt. Bei den Tr\u00e4nen, die Muck beim Tode seines Vaters weinen musste, half die Maskenbildnerin nach. Aber Thomas schaute in Gro\u00dfaufnahmen entgeistert, wenn Muck es tun musste, er war fr\u00f6hlich, wenn die Rolle es gebot, er beherrschte die Texte samt Betonungen perfekt. Staudte hatte nie zu irgendwelchen Klagen Anlass.<\/p>\n\n\n\n<p>Die monatelange Arbeit hat Thomas Schmidt f\u00fcrs ganze Leben gepr\u00e4gt, aber Schauspielerei als Beruf hat ihn nie ernsthaft interessiert. In der Schlusssequenz des Films, als die Eselsohren den halben Hofstaat des Sultans in Aufruhr versetzen, tr\u00e4gt er eine Brille und h\u00e4lt\u00a0 sich einen Bart ans Kinn und sagt mit verstellt tiefer Stimme: \u201eIch bin Arzt und heile Ausw\u00fcchse aller Art.\u201c Als er starb, war er Professor an der Medizinischen Hochschule Hannover.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a9 Peter Podehl<\/p>\n\n\n\n<p>Claudia kommentiert:<br><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1860\">Charlotte<\/a>, meine und Thomas&#8217; Mutter,  war schlie\u00dflich f\u00fcr die Vorbereitung der Texte verantwortlich, und da sie nun mal Schauspielerin war, verpasste sie ihm die einzelnen Takes samt Betonung, Gesichtsausdruck und K\u00f6rpersprache, die er so lange \u00fcben musste, bis alles sa\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** Thomas Schmidt, der im Defa-Film DIE GESCHICHTGE VOM KLEINEN MUCK die Titelrolle spielte, war der Sohn einer wunderbaren Schauspielerin und eines Arztes; der starb, als Thomas zwei Jahre alt war. 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