{"id":3129,"date":"2024-07-02T16:54:59","date_gmt":"2024-07-02T16:54:59","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=3129"},"modified":"2026-02-19T12:04:07","modified_gmt":"2026-02-19T12:04:07","slug":"eupa-und-ro-entre-act-2-und-szene-3-obdachlosigkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3129","title":{"rendered":"Eupa und Ro- Entre act 2 und Szene 3 &#8211; OBDACHLOSIGKEIT"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">***<\/h2>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Eupa und Ro<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">*<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Ente act 2 und Szene 3<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">OBDACHLOSIGKEIT<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">***<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Entre act 2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU geht in sein Abteil; wo die Leselampen brennen. Er hockt-fl\u00e4tzt sich hin. Der Rucksack f\u00e4llt ihm ein. Er holt ihn runter, wobei wieder einige \u00c4pfel kullern, die er aufhebt. Er untersucht den Schaden am Rucksack, macht das helle Licht an.<\/p>\n\n\n\n<p>DER SCHAFFNER kommt durch den Gang.:<br>\u201eIch wittere Morgenduft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eSie k\u00f6nnen gerne einen haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER SCHAFFNER bei\u00dft rein:<br>\u201eOh, vielen Dank. Ist der Rucksack kaputt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eJa hier \u2013 da ist \u2013 ich wei\u00df auch nicht\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER SCHAFFNER:<br>\u201eWarten Sie, ich helfe Ihnen, obwohl das nicht zu meinen Obliegenheiten geh\u00f6rt. Aber f\u00fcr einen Morgenduft tu ich alles.\u201c<br>Er untersucht den Schaden und bem\u00fcht sich um Reparatur.<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eSagen Sie, muss man eigentlich umsteigen nach Europa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER ruft schon vor dem Auftritt:<br>\u201eOtto?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER SCHAFFNER:<br>\u201eJa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER kommt durch den Gang:<br>\u201eOtto, stell dir vor: ich habe ne Bude entdeckt, da k\u00f6nnen wir duschen, hei\u00df duschen! Komm, ich zeig sie dir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER SCHAFFNER, m\u00fcht sich gerade mit dem kaputten Rucksack:<br>\u201ePrima! Gleich \u2013 ich muss hier nur noch \u2013 \u201e\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER, erkennt den Schaden und holt eine sch\u00f6ne Kombizange aus der Tasche:<br>\u201eWarte mal, ich hab ne Zange, \u2013 so kriegt ihr das nicht.\u201c<br>Er repariert mit geschickten Griffen.<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU, einigerma\u00dfen erstaunt:<br>\u201eEntschuldigen Sie, Sie sind doch der Lokomotivf\u00fchrer?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER:<br>\u201eJa, ausgebildeter Schlosser. Was glauben Sie, wie ich mich freue, nach Jahren mal so was anpacken zu k\u00f6nnen?!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU ist missverstanden:<br>\u201eJaja, aber \u2013 m\u00fcssen Sie denn nicht auf der Lokomotive stehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER:<br>\u201eBei unserem Halt auf freier Strecke kann ich doch nicht dauernd da rumhocken, das steigert ja nur den Frust.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU, horcht etwas verwundert nach drau\u00dfen:<br>\u201eWas denn? Fahren wir denn gar nicht?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER:<br>\u201eAch wo, es ist doch dauernd was los! Erst stehen die Raketen auf der Strecke, dann das Museum mit den ganzen Bildern. Wir sind ja schon seit Jahren unterwegs. Deswegen freue ich mich ja so \u00fcber die hei\u00dfe Dusche.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eIch denke, wir fahren gar nicht?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER SCHAFFNER:<br>\u201eJa, aber unterwegs sind wir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eDas ist etwas eigenartig, oder?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER SCHAFFNER:<br>\u201eJa, sicher eigenartig, aber verwickeln Sie mich nicht in Widerspr\u00fcche\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER hat die Reparaturarbeit beendet:<br>\u201eSo, das h\u00e4lt f\u00fcr ne Weile. Komm, Otto, wir gehen duschen.\u201c<br>Er hat den Rucksack verstaut und will gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eOh, vielen Dank! Moment, sagen Sie mir blo\u00df noch eins: Also zuerst standen Raketen auf den Schienen, dann die Bilder. Aber warum fahren wir jetzt nicht weiter?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER LOKOMOTIVF\u00dcHRER:<br>\u201eWeil da lauter H\u00e4user stehen, ne ganze Stadt.\u201c<br>Er geht mit<\/p>\n\n\n\n<p>DEM SCHAFFNER<br>weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorhang ist aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Szene 3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>OBDACHLOSIGKEIT<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Schr\u00e4ge steht eine Stadt, Innenstadt. Viel Unwirtliches, wenig wirklich Idyllisches, brutaler Beton, kaum Ensemblewirkungen, viel Hohes, irgendwo ein geschmackvoll restaurierter Altbau. Es sind Fassaden, die Stra\u00dfen bilden, aber einige Tiefe sollte erhalten bleiben. Vielleicht sind einige Fassaden, je nach Beleuchtung, durchsichtig zu machen, die bei anderem Licht kompakt verschlossen wirken. Alle H\u00e4user, oder fast alle, haben benutzbare, wenn auch nicht naturalistische Haust\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem Haus ist die Innenseite der Rampe zugewandt, ein begehbare Treppe f\u00fchrt in den ersten Stock, dort ist eine Wohnungst\u00fcr, ein Flur, eine Zimmert\u00fcr, durch die die Darsteller verschwinden k\u00f6nnen. Tiefe hat diese Innenansicht kaum, es stehen auch keine M\u00f6bel da. Aber die Wand ist mit einem Fleckerlteppich bemalt, die Farben deuten verschiedene R\u00e4ume an, wie das bei Abbrucharbeiten zuweilen zum Vorschein kommt. Ein Treppenfenster im ersten Stock ist angedeutet, ebenfalls der Rampe zugewandt.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwo ein Alibibaum in pr\u00e4chtig flammenden Herbstfarben. Irgendwo eine Ampel, die die ganze Szene \u00fcber ihre Farben spielen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorne links l\u00e4uft eine Rollenbahn aus einer schwarzen Klappe. Sie kommt aus einer Zeitungsdruckerei. Rechts vorne drei Telefone unter Plastikhauben, eines davon mit Drucktasten. \u00dcber dem vorderen Rand der Schr\u00e4ge h\u00e4ngt eine Schrift, wie die \u00fcber Schaufenstern angebracht ist, spiegelverkehrt, als bef\u00e4nde man sich im Laden: \u201eBausparkasse\u201c. Plakate ad libitum, Leuchtreklame. Keine ganz sauberen Stra\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/2-Die-Wohnungssuche-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3134\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/2-Die-Wohnungssuche-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/2-Die-Wohnungssuche-300x225.jpg 300w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/2-Die-Wohnungssuche-768x576.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/2-Die-Wohnungssuche-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/2-Die-Wohnungssuche-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Erwin Hahs &#8211; Eupa und Ro: Die Wohnungssuche &#8211; B\u00fchnenbild zu Szene 3<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf der Projektionsfl\u00e4che ein sch\u00f6ner ferner Sonnenuntergang, nur stellenweise durchschimmernd.<\/p>\n\n\n\n<p>KONSTANTIN betritt von hinten die Schr\u00e4ge und kommt durch einige \u201aGassen\u2019 nach vorne, eilig, eifrig. Er \u00fcbersieht das Terrain beim Rollenende und ruft sehr erfreut nach hinten:<br>\u201eAgathe, ach, wie wunderbar, der Platz ist noch ganz leer!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>AGATHE ist ihm rasch gefolgt:<br>\u201eWir sind die ersten, Konstantin, dies ist der Freitag, der die hei\u00df ersehnte Wohnung bringt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>KONSTANTIN:<br>\u201eAgathe, ach \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>AGATHE:<br>\u201eAch, Konstantin \u2026\u201c<br>Sie dirigiert ihn zum Ende der Rollenbahn, wo er so verharrt, dass er auf keinen Fall die erste Zeitung vers\u00e4umt:<br>\u201eNun mache du das Schlangenmaul und k\u00fcsse, wenn es so weit ist, aus druckerschwarzem Schlund die erste Zeitung raus. Das Geld parat?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>KONSTANTIN, in williger Erwartungshaltung:<br>\u201eParat wie jedes Wochenende. Du geh zum Telefon, das mit den Tasten, das geht schneller, und harre meiner Ziffern. Die M\u00fcnzen hast du?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>AGATHE geht zum Telefon mit den Tasten, nimmt den H\u00f6rer ab, wirft die M\u00fcnzen ein:<br>\u201eSchon eingeworfen. Die Finger w\u00e4hlbereit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>PAAR II kommt von hinten. Der Mann stellt sich hinter Konstantin, die Frau besetzt das zweite Telefon. Sie reden beide zugleich:<br>\u201eWir Zweiten sind die ersten nicht, doch nur ganz kurz die Letzten. Zur Schlange fehlt noch manches Glied, doch sieh nur dort und dort: Schon str\u00f6men sie herbei, die Zeitung zu erwarten\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>SECHS PAARE sind von verschiedenen Seiten erschienen. Die M\u00e4nner reihen sich ein, die meisten Frauen gehen zu den Telefonen, die erste besetzt noch das dritte, die anderen bilden auch dort Ansteh-Schlangen. Mir f\u00e4llt noch ein: M\u00fcssen nicht immer Mann und Frau sein, zwei Frauen k\u00f6nnen auch eine Wohnung suchen oder M\u00e4nner. Sie sprechen-verk\u00fcnden, einzeln der im Chor:<br>\u201eWohnen welche Wonne \u2013 Milder Herbstfreitagfr\u00fchabend \u2013 Bald \u00f6ffnet sich der Wohnungsmarkt \u2013 Und ich werde kochen \u2013 Und ich werde alle Briefmarken ausbreiten, alle \u2013 Und wir werden fernsehen, fernsehen, fernsehen \u2013 T\u00fcr zu \u2013 Schl\u00fcssel von innen drehen und stecken lassen \u2013 Wohnen welche Wonne\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\/\u00dcberlese ich den Text noch einmal, erscheint mir melodramatische, freilich nicht ganz ernsthafte Begleitung wie bei einem Rezitativ willkommen. Sie endet hier.\/<\/p>\n\n\n\n<p>ALLE verharren ruhig, fast statuarisch.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO, Schauspielerin und Schauspieler, erscheinen von hinten und schlendern. Sie sind einige Jahre \u00e4lter geworden, anders gekleidet.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA zeigt in den Himmel:<br>\u201eDa oben steht die Venus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO schaut hinauf:<br>\u201eIch sehe nichts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eSie ist noch nicht sichtbar. Nachher wird sie als Abendstern am Himmel stehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO schmiegt sich an ihn:<br>&#8220;Oh, wie wunderbar, einen Geliebten zu haben, der wei\u00df, wo die Venus steht, auch wenn sie niemand sieht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA lacht:<br>\u201eEinen Geliebten, der die Venus im Kopf hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO stellt sich pl\u00f6tzlich vor ihn und fragt unvermittelt:<br>\u201eWarum also liebst du mich?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA sehr nachdenklich:<br>\u201eWarum ich dich liebe?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eDu sollst mich nicht lieben, weil ich klug bin, denn ich k\u00f6nnte eine Dummheit begehen; du sollst mich nicht lieben, weil ich sch\u00f6n bin, denn diese Sch\u00f6nheit k\u00f6nnte bei einem Zugungl\u00fcck ausradiert werden; du sollst mich nicht lieben, weil du mich gut findest, denn ich wei\u00df von versteckten Bosheiten in mir; du sollst mich nicht lieben, weil das und das, denn ich k\u00f6nnte das und das. Warum also liebst du mich? Wo ist der Grund deiner Liebe?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eEr bleibt dem Auge ewig verborgen, Herz und Hand k\u00f6nnen ihn nicht erf\u00fchlen. Er gehorcht nicht dem Willen, ist ohne Ma\u00df und Gedanken und jenseits der G\u00fcte. Der Grund meiner Liebe schaut von \u00c4onen her auf dich. Wie soll ich sein Schweigen brechen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eJa, Eupa, wir brauchen vier W\u00e4nde f\u00fcr unsere Liebe. Die Tage gehen so dahin, \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eDie V\u00f6gel haben ihre Nester.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>BEIDE sind nach vorn gekommen und schauen sich die eigenartige Menschenansammlung an. Sie gehen zum Rollenband und tuscheln, und k\u00f6nnen bei zielgerichteten Zeitungserwartern den Eindruck erwecken, sie wollten sich unrechtm\u00e4\u00dfig vordr\u00e4ngeln:<\/p>\n\n\n\n<p>RO tuschelt:<br>\u201eWas bedeutet das?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA versucht es rauszubekommen, tuschelt auch:<br>\u201eSie warten auf irgend etwas. Etwas sehr wertvolles, eine Mangelware\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO zeigt verstohlen nach da und dort:<br>\u201eAber was kann das sein? Die Frauen am Telefon, die M\u00e4nner \u2013 ?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE SCHLANGE ist unruhig geworden und schiebt die beiden gelinde aber unzweideutig nach hinten:<br>\u201eHe, hinten anstellen! \u2013 Sie sind aber sp\u00e4ter gekommen! \u2013 Dr\u00e4ngeln Sie doch bitte nicht vor! \u2013 Wir warten schlie\u00dflich alle!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO lassen sich keineswegs widerwillig, nur eben mit den Br\u00e4uchen unvertraut, ans Ende der Schlange komplimentieren:<br>\u201eJa, \u2013 entschuldigen Sie, \u2013 wir \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DAS 9. PAAR kommt an.<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN fragt Ro:<br>\u201eSind Sie das Ende der Schlange?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, fast erschrocken:<br>\u201eSind wir das Ende der Schlange, Eupa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 9. FRAU:<br>\u201eSind Sie zum ersten Mal dabei?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eWir wissen gar nicht, ob wir dabei sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN holt aus einer Tasche, die die Frau tr\u00e4gt, Thermoskanne und Becher, schenkt Kaffee ein:<br>\u201eNur keine Bange! Jeder versp\u00fcrt irgendwann zum ersten Mal den Drang nach den eigenen vier W\u00e4nden.\u201c<br>Er bietet an:<br>\u201eM\u00f6chten Sie einen Becher Kaffee?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO nimmt:<br>\u201eO ja, vielen Dank!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA nimmt auch:<br>\u201eSehr liebensw\u00fcrdig!\u201e\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 9. FRAU:<br>\u201eIn Zukunft werden Sie den Kaffee zu Hause trinken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN:<br>\u201eDie Briefmarken ausbreiten, alle!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eIch habe gar keine Briefmarken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 9. FRAU:<br>\u201eIch werde kochen, zu Anfang mehr, als wir \u00fcberhaupt essen k\u00f6nnen. Aber das wird sich einpendeln\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN:<br>\u201eUnd fernsehen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 9. FRAU:<br>\u201eJa, fernsehn, jede Menge!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO einfach animiert und sanft hingerissen:<br>\u201eJa, Eupa, liebster Eupa, ich m\u00f6chte auch kochen, ich m\u00f6chte einkaufen im Supermarkt um die Ecke. Lebensmittel, stell dir vor: Lebens-Mittel, Mittel zum Leben, gegen den Tod! Und fernsehn, viel fernsehn. Ich m\u00f6chte alles, was die anderen auch m\u00f6chten\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EINIGE LETZTE PAARE stellen sich noch an.<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN sammelt ziemlich schnodderig die Becher ein:<br>\u201eJa, wir wollen ja dasselbe. Man k\u00f6nnte fast an Solidarit\u00e4t denken. Aber wenn erst die Zeitungen ausgespuckt werden, denkt keiner mehr an Solidarit\u00e4t.\u201c<br>Er hat die Becher verstaut und schiebt die Frau weg:<br>\u201eSchnuppi, geh jetzt zum Telefon.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 9. FRAU geht r\u00fcber:<br>\u201eJa, Schatz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eEupa, sage nun zu mir: Schnuppi, geh jetzt zum Telefon. Und ich werde sagen: Ja, Schatz, und gehe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, sehr z\u00e4rtlich:<br>\u201eRo, liebste Ro, ich verstehe \u00fcberhaupt nichts. Aber zum Wohle unserer vier W\u00e4nde w\u00e4re es sicher gut, wenn du zum Telefon gingest\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO geht nach einem Kuss zum Telefon.<\/p>\n\n\n\n<p>EIN \u00c4LTERER MANN ist zu den Telefonen gekommen:<br>\u201eKann man hier nirgends telefonieren? Mein Sohn erwartet uns am Sonntag zum Mittagessen. Wie soll ich ihm denn sagen, dass wir erst zum Kaffee kommen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>AGATHE:<br>\u201eDiese Telefone sind am Freitagabend f\u00fcr Wonnesuchende \u2013 ich meine, f\u00fcr Wohnungssuchende reserviert. Das n\u00e4chste Telefon f\u00fcr Zivilisten befindet sich zwei Stra\u00dfen weiter, links in der Passage..\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER \u00c4LTERE MANN geht:<br>\u201eDanke.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER ZEITUNGSVERK\u00c4UFER kommt aus der Klappe links gekrochen und t\u00e4nzelt \u00fcber die Rollenbahn, an deren Ende er runterspringt.<\/p>\n\n\n\n<p>ALLE verstummen, erstarren fast in Spannung.<\/p>\n\n\n\n<p>\/Mit lautem, maschinenmechanischem Knacken\/<\/p>\n\n\n\n<p>kommen die Zeitungen aus der Klappe auf die Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>DER ZEITUNGSVERK\u00c4UFER sollte sich den Spa\u00df machen, die Schlagzeile des Auff\u00fchrungstages laut auszurufen:<br>\u201e\u2026\u201c<br>Im \u00fcbrigen kassiert er von<\/p>\n\n\n\n<p>DEN WOHNUNGSSUCHENDEN, die alle Zeitungen kaufen, und dann eine Schlacht schlagen. Es interessieren in der dicken Wochenendausgabe nur die Wohnungsannoncen, der Rest der Zeitungen wird sofort weggeschmissen und bauscht sich bald hoch auf der Walstatt. Es geht nicht sanft zu. Vom Folgenden geht viel durcheinander und ineinander.<\/p>\n\n\n\n<p>KONSTANTIN schreit zu Agathe:<br>\u201e4 \u2013 3 \u2013 1 \u2013 7 \u2013 2 \u2013 5!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>AGATHE tippt sofort<br>\u201e\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>ANDERE M\u00c4NNER schreien dieselbe Nummer, schneller langsamer:<br>\u201e4 \u2013 3 \u2013 1 \u2013 7 \u2013 2 \u2013 5!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 3. FRAU hat am Telefon gew\u00e4hlt:<br>\u201eIst schon besetzt!<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 2. FRAU schreit:<br>\u201eNochmal!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 2. MANN schreit:<br>\u201eWas?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 2. FRAU, lauter:<br>\u201eNochmal! Ich hab nicht verstanden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 2. MANN rennt zeitunglesend zu ihr:<br>\u201eAch, die ist schon l\u00e4ngst weg. Nimm die: 7 \u2013 6 \u2013 4 \u2013 1 \u2013 3 \u2013 2 \u2013 9!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>AGATHE sollte zwischendurch verst\u00e4ndlich sein. Sie haucht sanft, innerlich bebend:<br>\u201eJa, ich rufe h\u00f6flichst an wegen der Wohnung. Mein Name ist Agathe\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen ist kaum mehr etwas zu verstehen, B\u00f6rsen-Hektik hat den Platz ergriffen. Inzwischen laufen M\u00e4nner r\u00fcber, schauen Frauen in die Zeitungen mit hinein. An den Telefonen gibt es Rempeleien, wenn deren Besetzer z\u00f6gern oder gar ein zweites Mal w\u00e4hlen. Erste Paare bahnen sich einen Weg durch Leute und Papier zu H\u00e4usern, durch deren T\u00fcren sie verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>DER ZEITUNGSVERK\u00c4UFER wiederholt unerm\u00fcdlich die Schlagzeile des Tages:<br>\u201e\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Folgende wird zwar verst\u00e4ndlich, aber Begleitl\u00e4rm und Hektik bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>RO hat den Telefonh\u00f6rer ergattert, ziemlich verzweifelt:<br>\u201eEupa, ruf mir doch mal zu!: Zahlen, Eupa, Zahlen!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA hat sich schwer getan. Er liest nicht gerade das Feuilleton, aber bis er die Wohnungsangebote aufgeschlagen hat, das dauert. Er stellt sich auch recht separiert.<\/p>\n\n\n\n<p>RO rennt zu ihm:<br>\u201eEupa, ich habe schon den H\u00f6rer, was ist \u2013 ?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, kurz vor der Grenze zum Trottel:<br>\u201eWas du H\u00f6rer nennst, k\u00f6nnte genauso gut Sprecher hei\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, kurz vor der Verzweiflung:<br>\u201eAch, Eupa, das ist fein beobachtet, ja, aber \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie ist zur\u00fcckgerannt, muss um den H\u00f6rer k\u00e4mpfen:<br>\u201eHe, hier war ich, ich musste nur \u2013 !\u201c<br>Sie ergattert das Telefon wieder und schreit r\u00fcber:<br>\u201eEupa, jetzt! Kochen, fernsehn\u2026!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA hat was gefunden, schreit zur\u00fcck:<br>\u201eJa, Ro, komm, her, ich hab was!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eAber ich habe den H\u00f6rer!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eLass den Sprecher baumeln, komm her!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO l\u00e4uft zu ihm, in Not:<br>\u201eDu machst alles kaputt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, leise, fast verschw\u00f6rerisch:<br>\u201eHier: Eine Anzeige ohne Telefonnummer. Der Vermieter ist von 18 Uhr bis 18 Uhr 15 anwesend.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO ist sehr erfreut:<br>\u201eWas? Das ist ja wunderbar! Du hast das gefunden!\u201c<br>Sie k\u00fcsst ihn ab:<br>\u201eLos, gleich hin, fernsehn!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>BEIDE verschwinden schnell in der Stadt:<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN, die Zeitung studierend:<br>\u201eSchnuppi, kuck hier: Eine Anzeige ohne Telefonnummer. Der Vermieter ist von 18 Uhr bis 18 Uhr 15 anwesend.\u201c\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 9. FRAU schaut auf die Uhr, resigniert:<br>\u201eEs ist 18 Uhr 3, die ist auch schon weg.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN:<br>\u201eWir probieren es trotzdem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DAS 9. PAAR verschwindet in der Stadt.<br>Die allgemeine Hektik l\u00e4sst wesentlich nach. Die meisten sind schon auf Wohnungssuche und hinter T\u00fcren verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>DER ZEITUNGSVERK\u00c4UFER ruft noch einmal verebbend die Schlagzeile:<br>\u201e\u2026\u201c<br>und geht dann ab.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO kommen von drau\u00dfen durch die T\u00fcr ins Treppenhaus und schauen sich um.<\/p>\n\n\n\n<p>RO verbei\u00dft sich negative Kritik am Ambiente:<br>\u201eIch welchem Stock?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA entnimmt der Zeitung:<br>\u201eIm ersten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>BEIDE gehen rauf, Eupa immer z\u00f6gerlicher<\/p>\n\n\n\n<p>RO, schniefelt rum:<br>\u201eEupa, die Treppe zu meiner Wohnung soll aber nicht so riechen. Haben sie denn alle Kohl gegessen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA bleibt sofort stehen. Ihm w\u00e4re ein Umkehren lieb:<br>\u201eWollen wirs lassen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO geht weiter:<br>\u201eBist du verr\u00fcckt? Ich werde daf\u00fcr sorgen, dass es hinter meiner T\u00fcr nach Thymian und Wachholder duftet\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA geht immer langsamer.<\/p>\n\n\n\n<p>RO versteht das nicht:<br>\u201eWas hast du? Warum gehst du so langsam?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eAls h\u00e4tte ich Blei in den Schuhen\u2026!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO wird \u00e4rgerlich:<br>\u201eWas soll das? G\u00f6nnst du mir die Wohnung nicht?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA geht schneller:<br>\u201eDoch doch. Wir sind wohl die ersten. Wer klingelt: du oder ich?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, praktisch:<br>\u201eIch klingle, du sprichst. Du machst unseren besten Eindruck. K\u00e4mm dich aber vorher.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA verweist auf die Zeitung:<br>\u201eAber es steht da: d e r Vermieter. Und du als Frau \u2013 sch\u00f6n gek\u00e4mmt\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO wei\u00dft das heiter von sich:<br>\u201eO nein, Eupa, ich als solche Frau, \u2013 in der Rolle bin ich schlecht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, mit einem Sto\u00dfseufzer:<br>\u201eAlso -: klingle.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO will klingeln, z\u00f6gert aber pl\u00f6tzlich hilflos.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA ist dieses unverst\u00e4ndliche Z\u00f6gern eher unangenehm:<br>\u201eWas ist? Klingle!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, hilflos:<br>\u201eDas Klingeln ist ja viel schwerer als ich dachte\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eWieso das denn?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, zieht ihn von der Wohnungst\u00fcr weg zum Treppenhausfenster, ihre Not fast verschw\u00f6rerisch erkl\u00e4rend:<br>\u201eJa, sieh mal: Wenn ich jetzt klingle, dann musst du sprechen. Nun wei\u00df ich aber doch, dass dir das Sprechen so furchtbar schwerf\u00e4llt, \u2013 ich bringe dich doch also durch mein Klingeln in eine ganz schreckliche Situation!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA wei\u00df auch keinen Rat:<br>\u201eTja, aber \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO hat eine Hoffnung:<br>\u201eVielleicht ist niemand da?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA zeigt die Zeitung:<br>\u201eAber es steht doch extra hier: von 18 Uhr bis 18 Uhr 15.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DAS 9. PAAR, ist ins Haus gekommen raufgegangen, klingelt jetzt:<\/p>\n\n\n\n<p>\/Es ist eine schmerzhaft laute Klingel.\/<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO erschrecken furchtbar:<br>\u201eMoment mal \u2013 wir \u2013 !\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN:<br>\u201eHatten Sie denn schon geklingelt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eNein, nein, wir wollten gerade \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eH\u00f6ren Sie, wir waren zuerst \u2013 wir \u2013 das geht nicht!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN:<br>\u201eWer zuerst klingelt, \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DIE 9. FRAU:<br>\u201e \u2013 der wohnt zuerst!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER VERMIETER ist erschienen und hat die Wohnungst\u00fcr ge\u00f6ffnet:<br>\u201eJa, bitte?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER 9. MANN:<br>\u201eEinen recht sch\u00f6nen Guten Abend.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DER VERMIETER l\u00e4sst sie eintreten:<br>\u201eSie kommen wegen der Wohnung, gerade noch rechtzeitig zum Fernsehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO ruft entgeistert in die sich schlie\u00dfende T\u00fcr:<br>\u201eAber wir haben doch zusammen Kaffee getrunken!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DAS 9. PAAR und DER VERMIETER verschwinden in der Wohnung:<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, recht erstaunt in ein Fettn\u00e4pfchen tappend:<br>\u201eDer war eigentlich sehr nett, \u2013 h\u00e4ttest du doch blo\u00df geklingelt\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO ist fassungslos:<br>\u201eOh, \u2013 ich werde wahnsinnig!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA versteht zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nichts:<br>\u201eWieso? Was hast du denn?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO hat einen erschreckend heftigen Zornesausbruch:<br>\u201eWas ich habe \u2013 dich habe ich, dich, dich! Und keine Wohnung! H\u00e4tte ich blo\u00df eine Wohnung, \u2013 ich k\u00f6nnte auf dich verzichten!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA sehr betroffen, leider auch indigniert:<br>\u201eRo, sag so etwas nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, sehr knapp und laut, Betonung auf dem letzten Wort:<br>\u201eIch sage, was ich will!\u201c<br>Sie rast die Treppe runter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt ist leer, ausgestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA rennt ihr nach:<br>\u201eAber Ro, wir suchen etwas anderes, wir schauen in die Zeitung \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO rei\u00dft ihm die Zeitung weg:<br>\u201eNiemand sucht mehr eine Wohnung!\u201c<br>Sie rast, stampft durch die Zeitungen, die geh\u00e4uft liegen:<br>\u201eHier, die Zeitungen sind da, die Wohnungen sind weg!\u201c<br>Sie haut gegen einen baumelnden Telefonh\u00f6rer:<br>\u201eDa baumelt dein Sprecher! Die Stadt ist leer! Alle sehen fern und kochen! Deine Venus kannst du dir aufs Klo tapezieren! Aber du hast ja nicht einmal ein Klo! Weil deine Finger zu schade sind zum Klingeln!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA sachlich richtig:<br>\u201eDu wolltest klingeln, \u2013 das war ausgemacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO auch richtig:<br>\u201eWenn du doch einmal was tun w\u00fcrdest, was nicht ausgemacht war!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA insistiert:<br>\u201eAber wir haben das doch extra besprochen!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eJa, wir quatschen und quatschen und vers\u00e4umen das bisschen Leben und Liebe!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA rechthaberisch:<br>\u201eIch vers\u00e4ume keine Liebe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO h\u00f6hnisch triumphierend:<br>\u201eNein, du \u2013 du \u2013 sei du nur deiner Sache sicher! Was ich vers\u00e4ume, das z\u00e4hlt ja nichts! So war das immer! Es ist immer nach dir gegangen, und es ist nie gut gegangen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, sehr getroffen, leise:<br>\u201eDu bist ma\u00dflos ungerecht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, auch getroffen, aber um so lauter in der wunderbaren Rechtfertigung:<br>\u201eIch liebe dich ma\u00dflos! Wie soll ich da in meiner Ungerechtigkeit nicht ma\u00dflos sein?!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA hockt sich irgendwo hin, bekennt:<br>\u201eIch klammere mich an die Liebe, die ma\u00dflose \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, pl\u00f6tzlich still:<br>\u201eIch auch. Habe ich dir wehgetan?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, das darf ruhig eine Pointe sein:<br>\u201eGut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU ist zu ihnen gegangen, etwas verlegen:<br>\u201eVerzeihen Sie, wenn ich sie einfach -, mein Name ist Tutou, \u2013 ich h\u00e4tte zwei Pl\u00e4tze frei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO sofort interessiert:<br>\u201eEine Wohnung?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eNicht direkt eine Wohnung, aber \u2013 ein Dach, eine T\u00fcr, W\u00e4nde, ein Fenster\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eBrauchen wir mehr, Eupa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eEs ist jedenfalls mehr, als wir in unseren leeren H\u00e4nden halten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eDann kommen Sie mit \u2013 ganz unverbindlich, es ist nicht weit.\u201c<br>Er f\u00fchrt<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO zum Abteil, in das sie alle steigen, sich setzen, nicht gerade behaglich.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, nach etwas verlegener Pause:<br>\u201eMan sitzt jedenfalls recht bequem\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO ist alles wenig geheuer:<br>\u201eJa\u2026 Und wo \u2013 wo kann ich kochen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eJa, also kochen \u2013 \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eUnd fernsehn?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU wird immer verlegener:<br>\u201eJa, also das geht beides nicht. Aber eine Toilette ist da hinten im Gang.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO l\u00e4chelt sehr s\u00e4uerlich:<br>\u201eAh, ja \u2026?\u201c<br>Das L\u00e4cheln erstirbt ihr. Sie wechselt die hilflosesten Blicke mit<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, der sich auch gar nicht wohl f\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU merkt und versteht alles. Er steht auf, hebt den Rucksack runter, der prompt kaputtgeht, die Morgend\u00fcfte prasseln nieder:<br>\u201eOoooooh!, dieser Rucksack!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO sind kurz erschrocken, lachen dann, heben jeder einen Apfel auf, reichen ihn<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU, der die \u00c4pfel zur\u00fcck schiebt:<br>\u201eDanke, aber darf ich Ihnen die als Abschiedsgeschenk \u00fcberreichen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, etwas erstaunt:<br>\u201eAls Abschiedsgeschenk?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>TUTOU:<br>\u201eJa, Sie waren die liebsten G\u00e4ste, die ich je hatte. Aber meine Wohnung ist sehr klein. Sie werden froh sein, wenn Sie wieder die Freiheit der gro\u00dfen Stadt atmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO umarmt ihn, k\u00fcsst ihn auf beide Wangen:<br>\u201eOh, danke, danke, welch liebensw\u00fcrdiger Gastgeber!\u201c<br>Sie bei\u00dft in den Apfel:<br>\u201eOh, ein Morgenduft, Eupa, ein Morgenduft!\u2026<br><br>EUPA, ganz obenauf, souver\u00e4n, wunderbar, bietet Ro seinen Arm:<br>\u201eRo, komm, es beginnt die Eroberung der Stadt durch die apfelessende Kompanie.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Folgende kann eigentlich nicht ohne Musik auskommen, auch wenn der Text eine gro\u00dfe Rolle spielt. Der Begriff Melodram, in des Wortes reiner Bedeutung, bietet sich an.\/<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO gehen zur Schr\u00e4ge, vielleicht in gro\u00dfem Bogen, ein wenig feierlich, aber nicht zu langsam, erinnert an eine Polonaise, die Treppen hinauf, auf die Schr\u00e4ge, in die Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eRo, die Stadt geh\u00f6rt dir, sie liegt zu deinen F\u00fc\u00dfen, du tigerst durch dein Eigentum.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO weist auf eine Fassade:<br>\u201eDie Fenster da,- wie sch\u00f6n!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eIch schenke diese Fassade deinen Augen, nimm sie in dein Herz und schaue hinaus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eDas Herz dankt, Eupa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA entdeckt die Venus am hohen Himmel:<br>\u201eDa oben, die Venus!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO, mit dem Apfel nach oben weisend:<br>\u201eVenus, Abendstern! Ich opfere dir mit Morgenduft!\u201c<br>Sie bei\u00dft kr\u00e4ftig rein und h\u00e4lt Eupa auf:<br>\u201eWarte, die Ampel ist rot.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eBei den R\u00f6mern war an jeder Stra\u00dfenkreuzung ein kleines Heiligtum, besch\u00fctzt von irgend einem Gott. Und eine r\u00f6mische Ampel war eine ewige Lampe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eEs ist gr\u00fcn, wir k\u00f6nnen gehen, aber wir m\u00fcssen nicht. Eupa, was tut die Venus da oben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eSie schwebt, sie fliegt, genau wie die Erde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eWenn die Erde schwebt, dann hat die Erde Fl\u00fcgel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eUnd wir leben, als schwebten wir nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO tanzt herum:<br>\u201eIch nicht, ich schwebe so weit, dass ich nicht wei\u00df, ob ich noch lebe\u2026\u201c<br>Sie erschrickt:<br>\u201eOh, was habe ich da gesagt?!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, beim Baum:<br>\u201eWir k\u00f6nnten hier unter dem Baum wohnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eEr wird die Bl\u00e4tter verlieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA w\u00fchlt in den Zeitungen:<br>\u201eEin Haus aus Zeitungen. Der Hundertj\u00e4hrige Kalender sagt einen milden Winter voraus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO unkritisch:<br>\u201eEupa, \u2013 du spielst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA wird alle Einw\u00e4nde Ros verspielen:<br>\u201eJa, ich bin im Verein zur Rettung des Spiels mitten im Beton.\u201c<br>Er wei\u00df, was er sagt:<br>\u201eDer Vorsitzende hei\u00dft \u00fcbrigens Luzifer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO wei\u00df nicht, wohin mit dem Apfelgriebsch:<br>\u201eWas tu ich damit? Ich will doch mein Eigentum sauber halten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA h\u00e4lt die H\u00e4nde aneinander wie eine Schale:<br>\u201eDie st\u00e4dtische Abfallbeseitigung zu deinen Diensten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO l\u00e4sst lachend den Griebsch in seine H\u00e4nde fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA isst mit Genuss:<br>\u201eHm \u2013 die Kerne \u2013 wie Marzipan!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eAber du k\u00f6nntest nicht den ganzen M\u00fcll der Stadt schlucken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA bleibt weiterhin sehr spielerisch:<br>\u201eDu hast mich ertappt. Nein, das k\u00f6nnte ich nicht. Ich scheitere schon am Stiel eines Apfels der Sorte Morgenduft. Wohin mit dieser Unverdaulichkeit?\u201c<br>Er wirft sie durch ein offenes Fenster in eine Wohnung:<br>\u201eSie sehen fern. Sie merken nichts. Wenn das Programm zu Ende ist, w\u00e4chst ein Apfelbaum in ihrem Zimmer!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO lacht:<br>\u201eDoch nicht aus einem Stiel!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA zieht sie zur Bausparkasse:<br>\u201eDu hast kein Haus? Schaue die lieblichen Wohnungen. Willst du das da oder das da oder das da? Du bist doch selber alle H\u00e4user der Welt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eDas Haus im Geiste hat keine Heizung. H\u00e4lt deine Phantasie der K\u00e4lte des Winters stand?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eNat\u00fcrlich nicht. Aber heute ist nicht Winter. Vers\u00e4umen wir doch ja nicht den mildesten Herbsttagfeierabend seit Jahrhunderten. Wir sind, Ro, wir sind! Ob wir sein werden \u2013 ?, wir wissen ja nicht einmal, ob wir waren\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO l\u00e4chelt:<br>\u201eAch, Eupa, ich kann sagen, was ich will, \u2013 du hebst alle meine Einw\u00e4nde in die Sch\u00f6nheit der Luft!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA schreitet einen gro\u00dfz\u00fcgigen Grundriss ab, spielt mit den Armen W\u00e4nde, sehr einladend, euphorisch:<br>\u201eEinw\u00e4nde \u2013 zwei W\u00e4nde, drei, vier W\u00e4nde, unsere vier W\u00e4nde in der Sch\u00f6nheit der Luft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO leise:<br>\u201eLuftschl\u00f6sser\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA best\u00e4tigt:<br>\u201eJa! Lass das kalte Feuer der Erf\u00fcllung ausgehen, und sch\u00fcre die Hitze, die unter aller Sehnsucht brennt!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO jetzt und im Folgenden sehr sachlich und weiterhin ohne Kritik:<br>\u201eEupa, du tanzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA, ehrlich:<br>\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eAuf einem schmalen Grat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eDu kannst abst\u00fcrzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eDann nimm mich in deine Arme, damit ich mitst\u00fcrze.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA tut das:<br>\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eIch schlie\u00dfe die Augen und tr\u00e4ume.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA:<br>\u201eDu bist mutig, aber der Sturz im Traum ist so hart, dass man davon aufwacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>RO:<br>\u201eNun tanze weiter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\/Aus dem Melodram wird die Musik f\u00fcr den folgenden Pas de deux\/<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO, T\u00e4nzerin und T\u00e4nzer, l\u00f6sen so schnell und \u00fcberraschend wie m\u00f6glich Schauspielerin und Schauspieler ab, die verschwinden. Ro l\u00e4sst sich mit verschlossenen Augen von Eupa f\u00fchren, auch und gerade Stufen rauf und runter. Die Liebenden werden \u2013 zun\u00e4chst nur akustisch \u2013 gest\u00f6rt von<\/p>\n\n\n\n<p>DEM ZEITUNGSVERK\u00c4UFER, der wiederum auf dem Rollenband erscheinende Zeitungen anpreist, wobei er anrei\u00dferisch fehlbetont:<br>\u201eDie Sp\u00e4tausgabe! 467 000 Wohnungssuchende fanden passende Wohnung. Die Sp\u00e4tausgabe! Fernsehen fesselte Millionen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das wiederholt er ad libitum, wenn auch im Einklang mit der Musik.<\/p>\n\n\n\n<p>DIE WOHNUNGSBEWOHNER, T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer, str\u00f6men aus allen H\u00e4usern und formieren sich zu einem Freitagabendtanz. Der ist nicht ganz so leger, wie er sein k\u00f6nnte und vielleicht propagiert wurde. Es entwickelt sich so eine Art square dance, versteckt aggressiv, auch recht uniform. Ganz unabsichtlich, wenn auch ohne R\u00fccksicht, wird dabei Eupa von Ro \u2013 sie tanzt ja immer noch mit geschlossenen Augen \u2013 getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO sind erschrocken, Ro rei\u00dft die Augen weit auf. Sie suchen einander in dieser homogenen Masse, in immer atemloser werdender Jagd, sie rennen von der Schr\u00e4ge, wieder rauf, schauen diesen oder jenen genauer an, schl\u00e4ngeln sich durch die Reihen der Menschen, die H\u00e4user. Und es mag ruhig den Anschein haben, als verhinderte die Masse das Wiederfinden der Beiden.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO, Schauspielerin und Schauspieler, unsichtbar, rufen &nbsp;nach einander vom Augenblick der Trennung an in immer k\u00fcrzer werdenden Abst\u00e4nden:<br>\u201eEupa! \u2026 Ro!\u2026 Eupa! \u2026 Ro!\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\/In den pas de deux hat sich l\u00e4ngst die Musik die Wohnungsbewohner gedr\u00e4ngt, die ja was von einem Marsch haben kann. Der pas de deux wird dann dar\u00fcber-daneben zu Trennung und Jagd.\/<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO, T\u00e4nzerin und T\u00e4nzer, verharren schlie\u00dflich irgendwo, atemlos, weit getrennt voneinander, in Verzweiflung.<\/p>\n\n\n\n<p>EUPA und RO, Schauspielerin und Schauspieler, rufen so klagend die Namen des Anderen, dass<br>\u201eEu \u2013 ro \u2013 pa\u2026!\u201c<br>entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>\/Die Musik verh\u00e4lt dabei kurz.\/<\/p>\n\n\n\n<p>DIE WOHNUNGSBEWOHNER erstarren auch.<\/p>\n\n\n\n<p>\/Unter abschlie\u00dfendem, eher dissonantem Musikende\/<\/p>\n\n\n\n<p>Rascher Vorhang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** Eupa und Ro * Ente act 2 und Szene 3 OBDACHLOSIGKEIT *** Entre act 2 TUTOU geht in sein Abteil; wo die Leselampen brennen. Er hockt-fl\u00e4tzt sich hin. Der Rucksack f\u00e4llt ihm ein. Er holt ihn runter, wobei wieder einige \u00c4pfel kullern, die er aufhebt. Er untersucht den Schaden am Rucksack, macht das helle [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3087,"menu_order":8,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3129","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3129"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4495,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3129\/revisions\/4495"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3087"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}