{"id":3343,"date":"2024-10-11T05:37:09","date_gmt":"2024-10-11T05:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=3343"},"modified":"2025-02-24T17:43:03","modified_gmt":"2025-02-24T17:43:03","slug":"am-ende-eines-ubervollen-lebens","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3343","title":{"rendered":"Am Ende eines \u00fcbervollen Lebens"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">***<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Am Ende eines \u00fcbervollen Lebens<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>***<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><br>Allerletzte Zusammenfassung von Charlottes Spr\u00fcchen, <br>die posthum zu ihrem 90. Geburtstag <br>von <br>Peter <br>herausgegeben wurde<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">***<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3354\">zur\u00fcck zu Charlotte<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>\u201eIch habe einen Charakter wie Samt und Seide \u2013 <\/em><br><em>mit ein paar Hornissen dazwischen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausgegebenem Anlass sagte Charlotte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Befindlichkeiten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir anspruchsvoll&nbsp; \u2013 oder gar ketzerisch? \u2013 an: \u201eDer Mensch denkt \u2013 Charlotte lenkt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr typisch sagt sie anl\u00e4sslich Lekt\u00fcre: \u201eIch muss ein Buch in den Bauch nehmen. Anders kann ich gar nicht lesen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich etwas m\u00fchsamen Wachwerdens sagt sie: \u201eIch schwimme mit meinem Gehirn noch in der Glibbermasse.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich sch\u00f6ner Selbsterkenntnis sagt sie: \u201eIch habe Spontanellen im Blut. Das ist eine Gesundheit, keine Krankheit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df keinen Anlass f\u00fcr dieses Bekenntnis: \u201eIch habe lauter bunte Ostereier im Kopf. Die vielen Menschen, alle so bunt, und so schwer einzuordnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben sehr viel vor. Aus solchem Anlass sagt sie: \u201eMein Geist ist begierig, das jeweils Anstehende mit W\u00fcrde, Freude und gezieltem Verstand zu bew\u00e4ltigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nachts sagt sie: \u201eIch friere.\u201c&nbsp; Wenig sp\u00e4ter: &nbsp;\u201eDie vielen Decken. Das ist alles zu warm.\u201c&nbsp; Meine Vorhaltungen bez\u00fcglich des Widerspruchs pariert sie mit: \u201eKannst du mal sehen, wie vielschichtig ich bin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich H\u00f6rschwierigkeiten sage ich: \u201eDu verstehst nichts im Fernsehen, du verstehst schlecht am Telefon.\u201c \u201eIch verstehe alles.\u201c Ich lasse nicht locker, was sie besonders gut leiden kann: \u201eWoran kanns liegen?\u201c Mit einer schwer zu deutenden Geste erwidert sie: \u201eAn den Zwischenr\u00e4umen\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anlass einer Begegnung mit einem unangenehmen Betrunkenen in der Kaufingerstra\u00dfe: \u201eEr hat Zahnl\u00fccken und wagt, mich anzusprechen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anlass einer Autoreparatur, die unsere Mobilit\u00e4t stark einschr\u00e4nkt, sagt sie: \u201eWie sind uffemissen und annewiesen.\u201c (Es kann sein, dass dies ein Ausspruch des Herausgebers ist.)<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal war der Mittelmeerraum nicht nur rundweg angenehm: \u201eDieses Klima hier macht aus einem Mitteleurop\u00e4er, der Temperaturunterscheide kennt, einen Menschen, der er gar nicht ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Je \u00e4lter sie wurde, desto weniger gerne reiste sie. So summiert sie am Ende einer Reise: \u201eIch bin eingeweiht worden in den Anfang vom Ende meiner Existenz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Kur sagt Frau Trautsch \u2013 wer immer das gewesen sein mag \u2013 zu ihr: \u201eUnd nun erz\u00e4hlen Sie uns eine Geschichte aus Ihrem Leben. Sie hatten ein so abwechslungsreiches Leben.\u201c Sie aber sagt: \u201eNein. Ich bin hier, um gesund zu werden. Das strengt mich alles zu sehr an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Identit\u00e4tsproblemen sagt sie: \u201eIch bin jemand, den ich gar nicht kenne.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wer wagt bei \u00e4hnlichem Anlass eine Antwort?: \u201eBin ich eine, die eine ist?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Depressionsneigung spricht sie von einem \u201eschwarzen Horizont\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier m\u00fcnden alle Befindlichkeiten: \u201eMich kann nur die Liebe retten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausspr\u00fcche \u2013 einfach so und fast ohne Kommentar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe einen Charakter wie Samt und Seide \u2013 mit ein paar Hornissen dazwischen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist zu dunkel, um dich zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSeelische Schokolade.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin immer gro\u00dfz\u00fcgig, wenn ich was loswerden will.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin in Mitleid ausgebildet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Adventszeit f\u00fcr Charlotte \u201elauter Goldstaub\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErich Engel, \u2013 ein Name aus einer Zeit, als ich noch wollte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch brauche morgens Zeit, damit mein Geist sich einschaukeln kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe so ein ambivalentes Aufsteh-Unbehagen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00df nicht recht, was, aber: \u201c\u2026 das hat rationale Gr\u00fcnde von gro\u00dfer Albernheit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMir fehlt nur eins: die Osterhasensymphonie.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin in einen Furien-Zustand geraten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber doch nicht mit mir, Mensch! Du Affe!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Erinnerung tut meinem Herzen im Magen weh.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch m\u00f6chte jetzt kein Trauerweiden-Gespr\u00e4ch f\u00fchren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kriege das alles nicht unter das Herz meines Hutes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch will nach Haus. Ich will den Rauch von unserer Hofpfisterei steigen sehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir sind eine Quelle.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liebe \u2013 zuerst die Schattenseiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Bewusstsein eigener Gef\u00e4hrdung sagt sie: \u201eZ\u00fcnde mir nicht das Herz an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich einiger Geduldsproben sagt sie: \u201eIch habe keine Antwort erwartet. Aber ich wollte es mit dir besprechen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich meines St\u00f6hnens \u00fcber die berufliche Belastung lautet ihre Hilfestellung: \u201eIch mache dir Dampf in deine Willensseele.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Anlass ist mein Versuch, sie zu massieren: \u201eDu hast kein Feingef\u00fchl f\u00fcr meine Muskulatur.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir nahe beisammen waren, h\u00e4tte ihr wohl mein Atemstillstand gut getan: \u201eDeinen gebrauchten Atem pfefferst du mir ins Gesicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anlass unterdr\u00fcckter Liebe sagt sie: \u201eDu siehst aus wie ein Spie\u00dfer, der im Gehirn Rechthaberei hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu bist nur mit Komiker-Vorzeichen zu genie\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bekenne, dass mir das Folgende auch manchmal durch den Kopf gegangen ist: \u201eDu willst, dass es so ist, damit du es komisch finden kannst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen diesen Ausspruch ist eigentlich nichts einzuwenden: \u201cDu redest, wie du seelisch willst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wiederhole einen Ausspruch von ihr, wohl unkorrekt: \u201eDu hast gesagt: Mir ist es lieber, du bist ein Schwein, als dass ich dich nicht h\u00e4tte.\u201c Sie sagt: \u201eNee, das war konstruktiver.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich gest\u00f6rter Harmonien sagt sie \u2013 es bezieht sich auf meine KOM\u00d6DIE VON DER WELT IN ERWARTUNG DES MENSCHEN, in der von sehr gro\u00dfen Zeitr\u00e4umen immer wieder die Rede ist: \u201eIch werde heute im Laufe des Tages verschwinden und komme erst in 3,9 Milliarden Jahren wieder zur\u00fcck. Ich rufe dich aber zwischendurch mal an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Liebe waltete ja nicht nur zwischen ihr und mir. So sagt sie zu Dorothee Horn vom WDR K\u00f6ln: \u201eIm Januar ziehen Sie dann mal den Wintermantel an und kommen zu uns nach M\u00fcnchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch das w\u00e4re noch Liebe: \u201eWenn die Veilchen sprie\u00dfen \u2026 Mein Bruder \u2026\u201c \u201eWas hat dein Bruder mit Veilchen zu tun?\u201c \u201eWei\u00df ich nicht. Er muss sich wohl bei Veilchen aufgehalten haben, sonst w\u00e4re mir das nicht eingefallen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Zusammenlebensn\u00f6ten hegt sie die so verst\u00e4ndliche Illusion einiger Allgemeing\u00fcltigkeit: \u201eIch habe nebenan ein m\u00f6bliertes Zimmer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich vollendeten Fr\u00fchst\u00fccks will ich&nbsp;an den Schreibtisch gehen und sage: \u201eIch gehe jetzt ans Leben.\u201c Da sagt sie: \u201eDas Leben sitzt hier.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich meiner Unempfindlichkeit sagt sie: \u201eDie Schimpfe geht auf dir nieder wie warmer Regen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pflegte beim ersten Fr\u00fchst\u00fcck, als sie noch im Bett lag, mich quer \u00fcber das Fu\u00dfende zu legen und mit der Hand ihr Knie zu greifen. Anl\u00e4sslich solcher Vorhabens sagt sie: \u201eGib mir mein Digitalis, bevor du dich an meinem Knie erg\u00f6tzest.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sage in Hannover zu Charlotte: \u201eIch wei\u00df nicht, ob du nicht verpflichtet bist, nett zu mir zu sein.\u201c Der Satz gef\u00e4llt ihr so gut, dass sie sagt: \u201eDas k\u00f6nnte mich sogar veranlassen, nett zu dir zu sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anlass gewisser Unbegreiflichkeiten sage ich zu ihr: \u201eCharlotte, ich glaube, du spinnst.\u201c Sie erwidert entschieden: \u201eNein, ich wei\u00df, dass ich spinne!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ab jetzt werden die Spr\u00fcche immer liebevoller: \u201eDu redest Quatsch. Aber ich liebe dich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu bist ein Kompaktikum.\u201c &#8211;&nbsp;\u201dDu bist ein Stabilikum.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Schmiegens sagt sie: \u201eEs ist wunderbar, dass ich an deiner warmen Seite eine Station gefunden habe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anlass gewisser Leichtherzigkeiten von mir sagt sie: \u201eIch habe einen Clown geheiratet. Aber das ist vielleicht nicht das Schlechteste.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Ich las, dass Bismarck bis zu neun Eier zum Fr\u00fchst\u00fcck a\u00df. Zugleich \u2013 und deswegen steht das hier \u2013 zugleich las&nbsp;sie in einem v\u00f6llig anderen Buch, dass Zuckmayr bis zu 16 Eier zum Fr\u00fchst\u00fcck a\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Was will ich mehr?: \u201eWas Besseres als dich konnte ich auf dem M\u00e4nnermarkt nicht finden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Noch mehr?: \u201eDu bist die Summe meiner Liebhaber.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat mich denn doch sehr erstaunt: \u201eDu bist ein sch\u00f6ner Mensch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie m\u00f6chte meinen Bauch aufschneiden, wie beim Wolf im M\u00e4rchen, und sich hineinverkriechen vor der F\u00fclle des Anst\u00fcrmenden. Nur ab und zu m\u00f6chte sie hinausschauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfechtbar mag diese Satzkonstruktion sein, als fehle das Verbum. Wenn ich aber nachgrabe, hat er eine Riesendimension, ausgesprochen anl\u00e4sslich einer Vers\u00f6hnung nach h\u00e4sslichem Streit: \u201eWas wir tun, ist unsere Seele.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wortsch\u00f6pfungen \u2013 auch gering kommentiert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRoseninnig\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie nennt uns \u201eSchlafschlemmer\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie schreit auf. Ich frage: \u201eWar das Wonne oder Schmerz?\u201c Sie sagt: \u201eSchmerzwonne.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das kam aus Bereichen zwischen Tag und Traum. Da ist sie eine \u201eTartargeburt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAlles Flachk\u00e4se.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich mal ein neues Schimpfwort: \u201eVollkornidiot!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePfingstrosenkavalier.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sage, skeptisch beschwichtigend: \u201eAlles ein bisschen viel.\u201c Sie sagt: \u201eJa, aber es hat schon viel Vieleres gegeben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00e4usliches<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als wir beim Notar den Hauskauf Aretinstra\u00dfe 6 besiegelt haben, bekennt sie im Fahrstuhl nach unten, dass sie dem Notar die Handgelenke hinhalten und sagen wollte: \u201eNehmen Sie mich gleich fest. Das ist ja gar nicht zu schaffen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Wohlbefindens seufzt sie: \u201eWir haben es so sch\u00f6n hier, dass wir gar nicht dazu kommen, es sch\u00f6n zu finden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Sonnenuntergangs sagt sie: \u201eWie kann man bei so einem Abendhimmel die Vorh\u00e4nge zuziehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Zinnengel w\u00e4re an der Wand zu befestigen: \u201eEngel rumliegen lassen w\u00e4re keine gute Sache.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Abreisens bei Sonne ist sie sehr erstaunt, einen Regenschirm mitnehmen zu sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere w\u00fcrden sagen: Wir brauchen mal wieder frische Bettw\u00e4sche. Sie sagt: \u201eDie Bettw\u00e4sche macht einen m\u00fcden Eindruck.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Morgenmahlzeit sagt sie: \u201eUnser Fr\u00fchst\u00fcck str\u00f6mt einen gemischten Geruchssalat aus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie reicht mir das Honigbeh\u00e4ltnis hin: \u201eHier ist \u00fcberall kein Honig mehr drin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Getr\u00e4nke nicht mehr so recht schmecken wollten: \u201eGr\u00fcner Tee schmeckt wie Heu.\u201d &nbsp;\u201eUnd schwarzer?\u201c \u201eWie Stroh.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will ein bisschen helfen: \u201eHast du schon mal Hagebutte mit S\u00fc\u00dfstoff probiert?\u201c &nbsp;Sie sagt: \u201eNein, aber ich wei\u00df wie das schmeckt: Das schmeckt wie Hagebutte mit S\u00fc\u00dfstoff.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Sachen aus dem Reformhaus schmecken alle ohne S\u00fcnde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weisheiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAuch ein blindes Huhn legt mal ein Ei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin im Geiste, in meinem Charlottensein auf der Suche nach etwas.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich Einkaufens von Pfirsichen, sie anfassen und sich sagen lassen: \u201eWenn das Jeder macht?\u201c Und antworten: \u201eIch bin nicht Jeder. Jeder darf das nat\u00fcrlich nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich der Emp\u00f6rung \u00fcber den schlechten Zustand der Welt: \u201eSie l\u00fcgen alle!\u201c \u201eWer?\u201c will ich wissen. Sagt sie: \u201eAlle. Ich kann dir jetzt im Einzelnen keinen Namen nennen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gebet in Jena, als sich abzeichnete, dass der Beruf verloren gehen k\u00f6nnte: \u201eHerr, forme mich, aber lass es nicht schwer werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist ein wunderbares Traumgespinst, das dem Dadaismus alle Ehre gemacht h\u00e4tte: \u201eNur Mut! Nur du fu\u00dft den Anfangslauf der Zeit selber.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr ein Imperativ!: \u201eGeist, gehe bitte nicht baden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Dank am Ende eines \u00fcbervollen Lebens: \u201eGott hat mich in einen goldenen Rahmen gefasst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a9 Charlotte<\/p>\n\n\n\n<p>Claudia erz\u00e4hlt<br><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=1903\">wie Charlotte das Theater schlie\u00dflich aufgeben musste<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a style=\"background-image: none; background-position: 0% 0%; background-size: auto; background-repeat: repeat; background-attachment: scroll; background-origin: padding-box; background-clip: border-box; border: 0px; margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; white-space: normal;\" href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3350\">Zum 85. Geburtstag<\/a><span style=\"caret-color: rgb(51, 51, 51); color: rgb(51, 51, 51); white-space: normal;\">\u00a0\u2013 gelesen von Peter und Charlotte am 30. Mai 1997<\/span><br><a style=\"background-image: none; background-position: 0% 0%; background-size: auto; background-repeat: repeat; background-attachment: scroll; background-origin: padding-box; background-clip: border-box; border: 0px; margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; white-space: normal;\" href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3346\">Zum 80. Geburtstag<\/a><span style=\"caret-color: rgb(51, 51, 51); color: rgb(51, 51, 51); white-space: normal;\">\u00a0\u2013 gelesen von Peter und Charlotte am 30. Mai 1992<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** Am Ende eines \u00fcbervollen Lebens *** Allerletzte Zusammenfassung von Charlottes Spr\u00fcchen, die posthum zu ihrem 90. 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