{"id":3661,"date":"2025-02-08T16:57:36","date_gmt":"2025-02-08T16:57:36","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=3661"},"modified":"2026-02-19T12:20:30","modified_gmt":"2026-02-19T12:20:30","slug":"da-lachten-philemon-und-baucis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3661","title":{"rendered":"Da lachten Philemon und Baucis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Da lachten Philemon und Baucis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">zur\u00fcck zu <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3354\">Charlotte<\/a><br>zur\u00fcck zu <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3930\">Peters Kom\u00f6dien<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Peter und Charlotte hatten viele mehr oder weniger ausgearbeitete Pl\u00e4ne, wenige kamen zur Durchf\u00fchrung. Wie bei allen kreativen Menschen.&nbsp;<br>Immer hatten sie vor, in Schulen M\u00e4rchen zu erz\u00e4hlen &#8211; so als Gro\u00dfeltern &#8211; und es gibt auch viele Ans\u00e4tze hierzu; im Archiv gibt es ganze M\u00e4rchensammlungen aus aller Herrgotts L\u00e4ndern, in mir bisher noch unverst\u00e4ndlicher Ordnung.&nbsp;<br>Ein weiteres Projekt war, die anfallenden Alterserscheinungen in einen eher komischen Rahmen zu fassen. Und daraus ein Theaterst\u00fcck zu machen, mit dem Titel<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Da lachten Philemon und Baucis<\/strong><br><em>Philemon und Baucis sind Figuren aus der griechischen Mythologie, ein altes Ehepaar, das die G\u00f6tter bittet, gleichzeitig sterben zu d\u00fcrfen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu hat er Material nach dem altbew\u00e4hrten Schema der \u201c<a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3287\">Unfrisierten Gedanken<\/a>\u201d gesammelt, \u00fcber die Jahre, manche auch ganz sch\u00f6n heftig, nichts besch\u00f6nigend. Einiges ist kaum verst\u00e4ndlich, vieles nur denjenigen, die Peter und Charlotte und das gesamte Interieur der Aretinstra\u00dfe kannten.<br>Aber es gibt auch eine Menge Gedanken, Dialoge, die ihr bis zuletzt sehr lebendiges Leben charakterisieren.&nbsp;<br>Die habe ich hier zusammengestellt.<br>Viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Eine Kom\u00f6die \u00fcber die Unm\u00f6glichkeit,<br>diese Kom\u00f6die zu schreiben<\/em><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Das St\u00fcck kann eigentlich nur anfangen mit:<br>\u201cDas Schlimme ist &#8211; jetzt wei\u00df ich nicht mehr, was das Schlimme ist.\u201d<br>\u201cSchade, ich h\u00e4tte so gerne gewusst, das was Schlimme ist.\u201d&nbsp;<br>\u201cMein Kurzzeitged\u00e4chtnis &#8211; das ist das wirklich Schlimme.\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Es bleibt auch im hohen Alter der Kampf der Geschlechter.<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cDu tust nicht, was ich dir sage!\u201d<br>\u201cWarum muss ich tun, was du sagst?\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Aufh\u00f6ren, Frauen auf ihre Widerspr\u00fcche hinzuweisen. Sie empfinden gar keine.<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cIch bin eine sehr billige Frau.\u201d<br>\u201cDas stimmt.\u201d<br>\u201cDas muss anders werden.\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cFalls dein hochverehrter Schlie\u00dfmuskel es erlaubt, solltest du die Klot\u00fcr zumachen.\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Das Knallger\u00e4usch, wenn sie den Klodeckel fallen l\u00e4sst.<\/li>\n\n\n\n<li>Er ruft den Steuerberater an, sie w\u00e4hnt, es sei der Zahnarzt und ruft dazwischen: \u201cSag ihm, dass dir eine Krone aus dem Gebiss gefallen ist!<\/li>\n\n\n\n<li>Gemeinsame Vergangenheit haben.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie ruft von oben: \u201cIch sterbe.\u201d Er sagt: \u201cIch komme.\u201d Und geht rauf.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Scheitern der Pl\u00e4ne<\/li>\n\n\n\n<li> Sich bekleckern, mit allen Folgen<\/li>\n\n\n\n<li>Des Anderen Sachen wegschmei\u00dfen<\/li>\n\n\n\n<li> Sachen kaufen, nur weil sie billig sind. Das ist Konsumfetischismus pur!<\/li>\n\n\n\n<li>Sich in den Finger schneiden<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Bild aufh\u00e4ngen<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cManchmal denke ich, da\u201d &#8211; sie zeigt ins Hausinnere &#8211; \u201cist das Leben. Hier muss ich durch. Drau\u00dfen ist der Tod.\u201d &#8211;<br>Sie hat die T\u00fcr ge\u00f6ffnet: \u201cHa!\u201d<br>\u201cDu willst doch nicht behaupten, er steht vor der T\u00fcr?\u201d<br>\u201cNein, der erste Mohn ist aufgebl\u00fcht!\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Wir singen gar nicht mehr.<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cFr\u00fcher h\u00e4tte ich das genauer kl\u00e4ren k\u00f6nnen, aber neuerdings trudelt mein Kurzzeitged\u00e4chtnis so durcheinander.\u201d<br>\u201cFr\u00fcher, mit dem intakten Kurzzeitged\u00e4chtnis, kannte ich dich gar nicht!\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Ich sehe\/h\u00f6re eine Szene, in der sie beschlie\u00dft, Brille und H\u00f6rger\u00e4t an einen bestimmten Platz in der Diele zu legen, damit sie sie beim Weggehen nicht vergisst.<br>Am Ende der Szene gehen sie weg.<br>Zuschlie\u00df &#8211; Aufschlie\u00df: Er holt die Brille.<br>Zuschlie\u00df &#8211; Aufschlie\u00df: Er holt das H\u00f6rger\u00e4t. Zuschlie\u00df.<br>Ende der Szene&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Nur ja nie die Sehnsucht sterben lassen.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Die Sehnsucht wenn st\u00fcrbe nach ihrem Tr\u00e4ger &#8211; w\u00e4r allweil gut.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cBaucis, bist du oben?\u201d<br>\u201cNein. \u201c<br>\u201cKommst du dann mal runter?\u201d<br>\u201cJa!\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Sie stopft alte Textilien in eine Plastikt\u00fcte.<br>\u201cLass mal was \u00fcbrig!\u201d<br>\u201c?\u201d<br>\u201cWenn der Mensch alles erledigt hat, dann stirbt er.\u201d<br>\u201cDa ist was dran.\u201d &#8211; Mit l\u00e4ssiger Geb\u00e4rde verstreut sie den T\u00fcteninhalt.<\/li>\n\n\n\n<li> Schopenhauer: \u201cWir wissen, was wir durch den Tod verlieren, aber nicht, was wir gewinnen.\u201d (vielleicht nicht Wortlaut.)<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cL\u00e4cheln ist eine sehr komplizierte Sache.\u201d<br>\u201cDas kann man wohl sagen!\u201d, maulte der kleine Engel<\/li>\n\n\n\n<li>Was ist mit der Tatsache, dass auf vielen Totenmasken ein L\u00e4cheln zu erkennen ist?<\/li>\n\n\n\n<li>Worauf l\u00e4ufts hinaus? \u00dcber den bevorstehenden Tod l\u00e4cheln \/ lachen!&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Immerzu l\u00e4sst der Tod gr\u00fc\u00dfen.<\/li>\n\n\n\n<li>Vielleicht kann man hinterher \u00fcber den Tod lachen, aber vorher?<\/li>\n\n\n\n<li>In meinem Alter r\u00e4umt man die Seele nicht mehr auf. Ich kann nur darauf achten, dass die Unordnung sch\u00f6n bleibt.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Dies ist eine Kom\u00f6die \u00fcber die Unm\u00f6glichkeit, die Kom\u00f6die zu schreiben.<\/li>\n\n\n\n<li>Eigentlich sollen ja die Zuschauer lachen. <\/li>\n\n\n\n<li>Im Titel steht: Wir k\u00f6nnen lachen \u00fcber uns selbst. Das d\u00fcrfen wir nie verlernen. Auch und vor allem nicht im Angesicht des Todes.<\/li>\n\n\n\n<li>Heimkommen von der Bahn, die Familie weggebracht haben.<br>\u201c\u2026 keine Familie, das ist ein Heuschreckenschwarm!\u201d<br>\u201cAlso, das sage ich dir mal: die Afrikaner w\u00e4ren froh, wenn ihre Heuschreckenschw\u00e4rme so liebe Menschen w\u00e4ren.!\u201d<br>\u201cSie haben viel weniger gegessen, als wir hingestellt haben.\u201d<br>An den folgenden Tagen immer wieder etwas finden, was sie dagelassen haben.<br>Desgleichen Hauseigenes nicht finden, weil sie es vom gewohnten Platz gezerrt haben.<br>\u201cWo finde ich die neue Lupe?\u201d<br>\u201cAuf dem Klo\u201d<br>\u201cEs ist ja nichts Geringes, wenn die eigene Unsterblichkeit zu Besuch kommt\/da war!\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Die Heuschrecken beerben uns ja mal.<\/li>\n\n\n\n<li>Alles, was wir derzeit durchleiden, geh\u00f6rt in dieses St\u00fcck oder nirgendwohin: Vergeblichkeit, Isolation, das Scheitern der Pl\u00e4ne und Absichten, Hoffnungslosigkeit, Schmerz, Abbau, Hilflosigkeit \u2026<\/li>\n\n\n\n<li> Sag Ja zum Chaos! Es bleibt dir gar nichts anderes \u00fcbrig.<\/li>\n\n\n\n<li>Je \u00e4lter man wird, desto mehr wird die Vergangenheit zum Museum.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Auch: Die Isolation im Alter<\/li>\n\n\n\n<li>Dass das Alter weise mache, scheint mir ein Ger\u00fccht.<br>\u2026 wird langsam Zeit, das als Ger\u00fccht zu erkennen.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Alzheimer ist eine saukomische Angelegenheit!<\/li>\n\n\n\n<li>Ich schwebe quer zwischen den Welten.<\/li>\n\n\n\n<li> Chaostalent<\/li>\n\n\n\n<li>Adelbert Dembek hat vor dem Sterben mit dem Tod gesprochen. Nach seiner Aussage ein gutes Gespr\u00e4ch. Als Angeh\u00f6rige Einzelheiten \u00fcber den Gespr\u00e4chsstoff wissen sollten, winkte er ab: \u201cDas versteht ihr nicht.\u201d (Oder so \u00e4hnlich). Irgendwo im Tagebuch notiert.<\/li>\n\n\n\n<li> Solange wir \u00fcber uns selbst lachen, ist alles gut. Schlimm wird es, wenn die anderen \u00fcber uns lachen und wir ernst bleiben \/ uns beleidigt f\u00fchlen<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cMerk dir das doch endlich mal!\u201d<br>\u201cJa, f\u00fcrs n\u00e4chste Leben.\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Am Ende nicht wissen, ob man dem Anderen das Leben gerettet oder zerst\u00f6rt hat.<\/li>\n\n\n\n<li>Quatscholator<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cH\u00f6r auf, dich zu verteidigen!\u201d<br>\u201cH\u00f6r auf, mich anzuklagen!\u201d<br>\u201cNein.\u201d<br>Da steckt eine sehr beachtenswerte H\u00e4rte drin.<br>\u201cIch mach die T\u00fcr auf und lass den D\u00e4mon raus.\u201d<br>\u201cLass gleich den Engel rein.\u201d<br>\u201cIst das nicht zu viel auf einmal (verlangt)?\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Wer nicht lachen kann, kann keinen Frieden schlie\u00dfen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Streit<\/strong><br>Nacht. Philemon, von oben, aus dem Schlafzimmer, prononciert und ver\u00e4rgert provokativ:&nbsp;<br>\u201cDu hast die hohen Zwischent\u00f6ne nicht &#8211; Das ist es !\u201d&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"885\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2945-1-885x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3703\" style=\"width:388px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2945-1-885x1024.jpeg 885w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2945-1-259x300.jpeg 259w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2945-1-768x889.jpeg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2945-1-1327x1536.jpeg 1327w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2945-1-1769x2048.jpeg 1769w\" sizes=\"auto, (max-width: 885px) 100vw, 885px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zu h\u00f6ren, nach kurzer Pause: die Schlafzimmert\u00fcr, die offenbar halb aufstand, wird ganz aufgepoltert. Licht im Treppenhaus geht an. Die T\u00fcr oben wird zugeschlagen.&nbsp;<br>Baucis kommt im Nachthemd die Treppe runter, ihr Bettzeug im Arm, das ihr den Blick versperrt, weshalb sie stolpert. Sie schimpft heftig:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zu h\u00f6ren nach einer Weile: die T\u00fcr oben geht auf.<br>Philemon kommt mit seinem Bettzeug die Treppe runter, geht in die Wohnung, aus der sich Baucis vernehmen l\u00e4sst:<br>\u201cWas willst du hier? Lass mich in Ruhe!\u2026\u201d<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Zu h\u00f6ren, nach einer Weile: Big Ben schl\u00e4gt 4 Uhr.<\/p>\n\n\n\n<p>Baucis kommt nach einer Weile aus der Wohnung, macht das Licht an. Geht die Treppe rauf, freundlich plaudernd, sich zweimal umwendend:&nbsp;<br>\u201cJa, das machen wir! Gleich morgen fahren wir &#8211; \u00e4h: heute. Hast du die Landkarte noch?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Philemon folgt mit seinem Bettzeug:&nbsp;<br>\u201cJa. Oder sagen wir mal: ich glaube ziemlich genau zu wissen, wo sie steckt.\u201d<br>\u201cAlso, wenn du dich schon so gewunden ausdr\u00fcckst. Du bist ein alter Schlamper.\u201d<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1007\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/MucUralttreppePetCharlClau-2-1007x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3720\" style=\"width:272px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/MucUralttreppePetCharlClau-2-1007x1024.jpg 1007w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/MucUralttreppePetCharlClau-2-295x300.jpg 295w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/MucUralttreppePetCharlClau-2-768x781.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/MucUralttreppePetCharlClau-2-1510x1536.jpg 1510w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/MucUralttreppePetCharlClau-2-2014x2048.jpg 2014w\" sizes=\"auto, (max-width: 1007px) 100vw, 1007px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Peter und Charlotte unten an der Treppe<br>Ende der 50er Jahre<br>Wer genau hinschaut, kann auch mich entdecken<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sie hat ein Kissen verloren.<br>\u201cOh, mein Kissen!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Philemon hebt es auf.<br>\u201cIch brings dir mit.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Baucis von oben:<br>\u201cJetzt schlafen wir erst mal noch. <br>Wie sp\u00e4t ist es?\u201d<br>Philemon verschwindet auch:<br>\u201cVier vorbei.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Das Licht geht aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peters Dramaturgie\u00fcberlegungen<\/strong><br>Wenn das eine betuliche Alterskom\u00f6die wird, ist das Schei\u00dfe. Keine Idylle<br>Da m\u00fcssen auch sehr harte Ecken und Kanten rein. Das B\u00f6se, auch das im Zuschauer Entsetzen Ausl\u00f6sende.<br>!! Nur dann wird der Titel gerechtfertigt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und zuletzt<\/strong><br>Es taucht ein existenzielles Problem von \u00e4u\u00dferster Tragweite auf: Philemon und Baucis erbitten als gro\u00dfe Gunst von den G\u00f6ttern, dass sie gemeinsam, zum gleichen Zeitpunkt sterben m\u00f6gen, \u201cdamit weder ich das Grab meiner Gattin sehen noch sie mich unter den H\u00fcgel bringen muss.\u201d Charlotte hegt \u00e4hnliche W\u00fcnsche. Sie will zwar keinesfalls nach mir sterben, also keinesfalls meinen Tod erleben (er<strong>leben<\/strong>), aber es ist ihr ein guter Gedanke, wenn ich bald nachkomme.<br>Ich habe in meiner Imagination einige sehr unterschiedliche Szenen \u00fcber meinen Tod.<br>Zun\u00e4chst: Es w\u00e4re schon eine Gnade, bedenkt man unsere beiden so sehr voneinander abweichenden Naturelle, wenn ich nach ihr ginge, der letzte Dienst, den ich ihr zu erweisen habe. Sodann gibt es da ein erstes Szenario, das mich ohne sie als kontinuierliche St\u00fctzwand so taumeln, stolpern und schlie\u00dflich st\u00fcrzen sieht, dass es bald ein Ende mit mir hat, diese H\u00e4lfte ist m\u00f6glicherweise nur noch absehbar lebensf\u00e4hig.<br>Ein zweites Szenario erlaubt mir, etliche Jahre des Schreibens in guter, phasenweise vielleicht auch schrecklicher Einsamkeit mit Lettern und Worten, die Summe des <em>opus<\/em> aufzubessern und Liegendes aufzurichten, Form zu finden in Aussagen all der Liebe, die mich bewegt. (Es ist wohl eine ordentliche Portion Wunschtraum dabei, auch Poeten-Romantik.)<br>Szenario Drei birgt einiges Entsetzen: Ich k\u00f6nnte schwer krank und pflegebed\u00fcrftig werden, aber nicht zum Tode, sondern in langem Siechtum; dem weichen meine Imaginationen verst\u00e4ndlicherweise aus.<br>Auch Szenario Vier ist vage und will nicht recht zu Papier: Der Witwer ger\u00e4t an ein b\u00f6ses Weib. Warum eigentlich nicht an ein gutes? Er ger\u00e4t sp\u00e4t in die \u00d6ffentlichkeit, er macht noch Theater\u2026<br>Philemon, du warst nicht sehr m\u00e4nnlich! Alleinsein ist m\u00e4nnliches Bed\u00fcrfnis, der Frau kaum verst\u00e4ndlich zu machen. Hier prellt die Natur des Weibes gegen die des Mannes.<br>Es gibt auch noch ein ganz anderes Szenario: Charlotte wird, wie ich es mal im Averstal vision\u00e4risch sah, 101 Jahre alt, und in diesen 21 Jahren schaffe ich sehr viel Literatur; dann w\u00e4re ich mit 91 Jahren ganz befriedet.<br>Freilich: die Wirklichkeit des Schicksals hat noch ganz andere Szenarien auf der Pfanne, von denen ich mir dato nichts tr\u00e4umen lasse.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a9 Peter Podehl<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Claudias Kommentar<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201c\u2026, der letzte Dienst, den ich ihr zu erweisen habe.\u201d Sie in den Tod begleiten.&nbsp;<br>Er tat es.&nbsp;<br>Charlotte starb am 30. Dezember 1999, wenige Stunden vor der Jahrtausendwende, an einem Herzinfarkt. Sie hatte Schmerzen, ging die Treppe rauf, legte sich ins Bett. Peter kam wenig sp\u00e4ter nach, da war sie weg.&nbsp;<br>Alzheimer, von dem hier die Rede ist, plagte sie ziemlich heftig; d.h. eigentlich gar nicht sie, sondern vielmehr uns, denn wir bekamen da so einiges ab. In diesem etwas ungehemmten Zustand konnte sie endlich die \u201cHornissen in ihrem Charakter aus Samt und Seide\u201d &#8211; <a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3343\">wie sie einmal von sich sagte <\/a>&#8211;&nbsp; freilassen.&nbsp;<br>Einen Theaterabend, wie den, den Peter hier anvisierte, h\u00e4tte sie in den letzten Lebensjahren wohl nicht mehr auf die B\u00fchne legen k\u00f6nnen.<br>Das bremste zuletzt auch Peters Begeisterung f\u00fcr eine weitere Ausarbeitung des St\u00fccks.<br><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=968\">Er starb<\/a> fast 11 Jahre nach Charlotte, hier bei uns in Mandela.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"987\" src=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PeterCharlotteKalker17-1-1024x987.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3727\" srcset=\"https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PeterCharlotteKalker17-1-1024x987.jpg 1024w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PeterCharlotteKalker17-1-300x289.jpg 300w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PeterCharlotteKalker17-1-768x740.jpg 768w, https:\/\/webaid.it\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PeterCharlotteKalker17-1.jpg 1307w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Da hatten sie die Garage neu get\u00fcncht<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=968\">Am Ende eines \u00fcbervollen Lebens <\/a>&#8211; noch viel mehr lebhafte Spr\u00fcche von Charlotte<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=2685\">Peter an Charlotte<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=3930\">Peters Kom\u00f6dien<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** Da lachten Philemon und Baucis *** zur\u00fcck zu Charlottezur\u00fcck zu Peters Kom\u00f6dien Peter und Charlotte hatten viele mehr oder weniger ausgearbeitete Pl\u00e4ne, wenige kamen zur Durchf\u00fchrung. Wie bei allen kreativen Menschen.&nbsp;Immer hatten sie vor, in Schulen M\u00e4rchen zu erz\u00e4hlen &#8211; so als Gro\u00dfeltern &#8211; und es gibt auch viele Ans\u00e4tze hierzu; im Archiv gibt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3354,"menu_order":8,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3661","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3661"}],"version-history":[{"count":51,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3661\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4520,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3661\/revisions\/4520"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}