{"id":545,"date":"2022-12-05T07:28:33","date_gmt":"2022-12-05T07:28:33","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=545"},"modified":"2023-01-09T14:33:45","modified_gmt":"2023-01-09T14:33:45","slug":"peter-uber-sich-selbst-1948","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=545","title":{"rendered":"Peter \u00fcber sich selbst, 1948"},"content":{"rendered":"\n<p>f\u00fcr die Kammerspiele der St\u00e4dtischen B\u00fchnen N\u00fcrnberg-F\u00fcrth<\/p>\n\n\n\n<p>Spielzeit 1948\/1949<\/p>\n\n\n\n<p>Flyer zum St\u00fcck<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;<a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=177\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=177\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kommen und Gehen<\/a>&#8221; von Peter Podehl<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor:<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Wie soll ich denn da ein Blatt \u00fcber mich vollschreiben?<\/p>\n\n\n\n<p>Dass ich geboren wurde, steht au\u00dfer Frage. Eines Januarnachmittags 1922 erblickte ich das vom Elektrizit\u00e4tswerk Berlin gelieferte Licht der Welt. In Berlin wuchs ich auf. Fast ein Jahr ging ich in London zur Schule (englisch akzentfrei). Kurz nach der Erkenntnis, dass Taxichauffeur doch nicht der ideale Beruf sei: Durchbruch der Liebe zum Theater. Allerdings bin ich erheblich belastet durch Lieder, die meine Mutter sang und Drehb\u00fccher, die auf meines Vaters Schreibtisch lagen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Schauspieler ist kein Beruf&#8221;, sagte mein Vater, zahlte aber trotzdem das Schulgeld f\u00fcr die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin und sp\u00e4ter die es Burgtheaters in Wien. Nach meinem schauspielerischen Debut am Burgtheater (einen Satz hatte ich zu sprechen, den die Nazi streichen lie\u00dfen; aus politischen, nicht k\u00fcnstlerischen Erw\u00e4gungen!) und im Theater in der Josephstadt (keinen Satz hatte ich zu sprechen, nur auftreten musste ich, r\u00f6cheln und schon sterben), packte mich die deutsche Wehrmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie &#8211; nein, das Schicksal war gut zu mir. Mit unwahrscheinlichem Gl\u00fcck brachte ich Jugoslawien, Italien, Krieg einschlie\u00dflich Ende und Heimkehr nach Wien hinter mich. Ich sagte Akrobaten und T\u00e4nzerinnen bei den Amis an (s.o.: englisch akzentfrei), war Schauspieler und Regisseur an einer Edelschmiere, besuchte kurz die kaputte Heimat und landete schlie\u00dflich am Nationaltheater in Weimar. Hier lernte ich die Schauspielerin kennen, f\u00fcr die ich die Eva in &#8220;Kommen und Gehen&#8221; schon geschrieben hatte und in ihr den Menschen, den ich heiratete. Zusammen halfen wir, damit mein schriftstellerischer Erstling das Rampenlicht der Welt erblicken konnte. Ich hatte zwar schon &#8211; etwa seit der Zeit des oben erw\u00e4hnten Taxichauffeurs &#8211; einige Jugends\u00fcnden (schriftstellerischer Art) zu Papier gebracht, aber nicht vor die \u00d6ffentlichkeit. Nun habe ich doch ein Blatt \u00fcber mich vollgeschrieben! Viele noch unbeschriebene Bl\u00e4tter &#8211; nicht etwa \u00fcber mich &#8211; liegen noch vor mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a9P.P.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>f\u00fcr die Kammerspiele der St\u00e4dtischen B\u00fchnen N\u00fcrnberg-F\u00fcrth Spielzeit 1948\/1949 Flyer zum St\u00fcck &#8220;Kommen und Gehen&#8221; von Peter Podehl Der Autor: Ich bin noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Wie soll ich denn da ein Blatt \u00fcber mich vollschreiben? Dass ich geboren wurde, steht au\u00dfer Frage. Eines Januarnachmittags 1922 erblickte ich das vom Elektrizit\u00e4tswerk Berlin gelieferte Licht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":528,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-545","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/545","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=545"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/545\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":850,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/545\/revisions\/850"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/528"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/webaid.it\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}