{"id":955,"date":"2023-02-02T17:34:13","date_gmt":"2023-02-02T17:34:13","guid":{"rendered":"https:\/\/peterpodehl.com\/?page_id=955"},"modified":"2026-02-19T12:00:54","modified_gmt":"2026-02-19T12:00:54","slug":"3-kilo-zucker","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/webaid.it\/?page_id=955","title":{"rendered":"3 Kilo Zucker"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=958\">Peters kleine Geschichtchen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Drei Kilo Zucker<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">von<br>Peter Podehl<br>\u00a9<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia war vierzehn Jahre alt, Pierangelo achtzehn, und sie liebten einander hei\u00df und innig, sehr hei\u00df, nicht ganz hei\u00df, was angesichts des zarten Alters der Braut verst\u00e4ndlich war. Ihr Vater war ganz und gar dagegen. Und er war ein Kraftmensch mit beachtlichen Muskelpaketen auf den Oberarmen und einem von schwarzen Haarb\u00fcscheln wildbewachsenen Brustkasten, Er sagte:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp; &nbsp; \u201eWage es, auch nur mit dem kleinen Zeh deines linken Fu\u00dfes vor das Haus zu treten, &#8211; ich schlage dich gr\u00fcn und blau!\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Das kam angesichts seiner St\u00e4rke einer Todesdrohung gleich. Dazu fletschte er die Z\u00e4hne.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Das war ihm geblieben von seiner Zeit beim Circus, wo er als \u201aKraftmensch\u2019 auftrat und unter Z\u00e4hnefletschen Eisenstangen bog und verwinkelte.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Silvia achtete des Vaters Drohung, aber sie hatte eine zuverl\u00e4ssige Hilfe in ihrer Mutter, die die Abwesenheit des Vaters nutzte und Silvia zum Kauf von drei Kilo Zucker zum Einkochen schickte. Silvia konnte ganz schnell Pierangelo verst\u00e4ndigen und der kam sofort mit seinem Moped zum Zuckerladen. Sie tauschten Blicke, K\u00fcsse und Umarmungen. Nicht mehr, was angesichts des zarten Alters der Braut von vierzehn Jahren und des Verbots exzessiver Zurschaustellungen von Sexualit\u00e4t in der \u00d6ffentlichkeit&nbsp; verst\u00e4ndlich war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Dann kaufte Silvia ein Kilo Zucker und sagte zu ihrem Liebsten: \u201eWarte hier. Ich komme gleich wieder.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Sie brachte das Kilo Zucker ihrer Mutter, die meinte: \u201eKind, wo hast du denn blo\u00df deinen Kopf? Aber ich wei\u00df schon, wo. Ich brauche drei Kilo. Geh und kaufe gleich den Rest. Mit dem einen Kilo komme ich nicht weiter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Silvia ging freudig, traf ihren Liebsten vor dem Zuckerladen. Sie tauschten Blicke, K\u00fcsse, Umarmungen. Mehr nicht, was angesichts des zarten Alters der Braut von vierzehn Jahren und des Verbots exzessiver Zurschaustellungen von Sexualit\u00e4t in der \u00d6ffentlichkeit&nbsp; verst\u00e4ndlich war.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Silvia kaufte ein weiteres Kilo Zucker. Sie sagte zu ihrem Liebsten: \u201eWarte hier. Ich komme gleich wieder.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Aber die Mutter wusste von des Vaters Nachhausekommen und meinte, sie werde mit den zwei Kilo Zucker erstmal auskommen. Es half nichts: Silvia war ans Haus gefesselt, so sehr sie die Mutter auch bat, das dritte Kilo sofort holen zu d\u00fcrfen, und Pierangelo stand vor dem Zuckerladen und verstand die Welt nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Schlie\u00dflich fuhr er mit seinem Moped zum Haus der Braut und dem Vater direkt vor die F\u00fc\u00dfe. Der hob ihn samt Moped hoch in die Luft und warf ihn in den Stra\u00dfengraben. Der Sturz verlief au\u00dferordentlich glimpflich; Pierangelo hatte lediglich zwei Hautabsch\u00fcrfungen am rechten Schienenbein.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Aber ein Polizist hatte den Vorfall beobachtet und stellte Silvias Vater zur Rede:<br>&nbsp; &nbsp; \u201eF\u00fcr Ihre soeben get\u00e4tigte Gewaltt\u00e4tigkeit verordne ich Ihnen ein Bu\u00dfgeld von 120 Euro, zahlbar sofort.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Silvias Vater fletschte die Z\u00e4hne und protestierte: \u201eWas? Wie denn? Wieso?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; \u201e125 Euro, zahlbar sofort.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; \u201eWaaaas? Und wenn ich gar&nbsp; nicht bezahle?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Der Polizist spielte mit den Handschellen an seinem G\u00fcrtel: \u201e130 Euro, zahlbar sofort.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Silvias Vater hatte wohl schlechte Erfahrungen mit Handschellen gemacht und zahlte, Z\u00e4hne fletschend. Dann schlich er ins Haus und gleich ins Schlafzimmer und zog sich die Decke \u00fcber den Kopf, unter seiner Niederlage leidend, der Kraftmensch.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Die Mutter hatte alles durch die zwei L\u00f6cher in der K\u00fcchengardine beobachtet und schickte sofort Silvia los, das dritte Kilo Zucker zu holen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Silvia rannte raus. Drau\u00dfen stand ihr Liebster bei einem Polizisten. Sie tauschten Blicke, K\u00fcsse, Umarmungen: mehr nicht, was angesichts des zarten Alters der Braut von  vierzehn Jahren und des Verbots exzessiver Zurschaustellungen von Sexualit\u00e4t in der \u00d6ffentlichkeit&nbsp;verst\u00e4ndlich war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Der Polizist war ein korrupter Menschenfreund: er lieferte nicht immer alles Geld, was er eingenommen hatte, bei seiner vorgesetzten Dienststelle ab. Er gab Pierangelo 120 Euro: \u201eHier. F\u00fcr den Kinderwagen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Die beiden lachten: \u201eDas hat Zeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; \u201eBringt ein paar Zinsen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Pierangelo bedankte sich und steckte das Geld ein.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Gott Amor hielt f\u00fcr die Liebenden noch einen kleinen Bonus bereit:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp; Pierangelo setzte sich aufs Moped und startete. Silvia klemmte sich hinter seinen breiten R\u00fccken. Und als das Moped anfuhr, musste sie sich an jemandem festhalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Amor sei Dank.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a9 Peter Podehl<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=958\">Peters kleine Geschichtchen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=610\">Nur Einer!<\/a>  <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/webaid.it\/?page_id=2255\">Angela<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peters kleine Geschichtchen * Drei Kilo Zucker vonPeter Podehl\u00a9 Silvia war vierzehn Jahre alt, Pierangelo achtzehn, und sie liebten einander hei\u00df und innig, sehr hei\u00df, nicht ganz hei\u00df, was angesichts des zarten Alters der Braut verst\u00e4ndlich war. Ihr Vater war ganz und gar dagegen. 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